Team2-On-Tour

Wein bis zum Abwinken

Die erste Nacht nach so einem Flug ist – vorausgesetzt die Matrazen spielen mit – normalerweise immer klasse. So auch dieses Mal. Wir schlafen komatös bis 07:30 Uhr und werden vor dem Wecker wach, der eigentlich schon hätte klingeln sollen. Allerdings haben wir die einstündige Zeitverschiebung nicht berücksichtigt, die während unserer Winterzeit herrscht.
Unsere Gastgeber, ein holländisches Pärchen mittleren Alters servieren uns ein tolles Frühstück mit Brötchen, Wurst, Käse, Obst, Müsli und vor allem guten Kaffee. Da merkt man, das zumindest dieser Teil Südafrikas nicht so weit weg ist von Europa. Wer uns in den letzten Jahren begleitet hat, erinnert sich möglicherweise noch an die Rindfleischsuppe zum Frühstück. War auch lecker, aber das hier kommt uns doch eher entgegen.

Da das Wetter für heute nicht so toll angesagt ist – in der Nacht hat es angefangen zu regen und den Weg vom Frühstücksraum zurück durch den Garten zum Bungalow legen wir zwischen zwei kräftige Schauer – beschließen wir, die geplante Weintour auf den heutigen Tag zu legen. Franschoek ist neben Stellenbosch und Paarl eine der Hochburgen des südafrikanischen Weinanbaus und hier im Umland wimmelt es quasi von hochkarätigen Winzern. Ein kreativer Mensch vom Stadtmarketing hat daher vor einigen Jahren die Wine Tram ins Leben gerufen, ein offener Bus, der in regelmäßigen Abständen eine Reihe von Winzern anfährt, bei denen man im Hop on – Hop off – Verfahren zu und aussteigt. Alle 30 min kommt der nächste Bus, in der Regel bleibt man eine Stunde, und die komplette Runde beinhaltet 6 bis 8 Winzer – was die wenigsten schaffen. Im Preis enthalten ist der Fahrdienst, das heißt man kommt auch noch volltrunken sicher und ohne Verlust des Führerscheins zurück zur  Unterkunft. Der Preis für das Tasting ist jeweils separat zu entrichten, hält sich aber sehr in Grenzen. Ich persönlich finde es sehr angenehm, denn  man fühlt sich im Gegensatz zu den kostenlosen Weinproben nicht verpflichtet, irgendetwas zu kaufen, was einem möglicherweise gar nicht schmeckt. Der ein oder andere Winzer hat sein Programm erweitert  und bietet Kleinigkeiten und Snacks an oder hat eine Restauration. Einige der besten Restaurants Südafrikas gehören zu den Weingütern!

Mit den Jahren ist die Anzahl der Touren auf 8 Stück angewachsen, allesamt durch Farben gekennzeichnet. Wir haben bereits zu Hause recherchiert und hin und her überlegt. Gestern Abend haben wir uns dann für die Grey Line entschieden und online die Tickets gebucht. Heute früh um 10:00 Uhr – Abfahrt des ersten Busses – stehen dort jede Menge Leute, aber keiner will in die Grey Line. Kann ein schlechtes Zeichen sein, muß es aber nicht. Wir haben uns vorher etwas über die Winzer informiert und 3 der 8 Winzer auf unserer Route sind bekannt für ihr Blubberwasser, also Sekt hergestellt im Champagnerverfahren. Und das ist ja unser Ding!
Das wir jetzt quasi zu zweit reisen, hat den Vorteil, das die Winzer uns die volle Aufmerksamkeit schenken und wir auch entsprechende Gespräche führen können. Beim zweiten Winzer kommt mit einem Zeitversatz von 30 min eine 24-köpfige Gruppe Wikinger aus Norwegen, da ist es mit der Ruhe schnell vorbei. Da man aber auf der Route den ein oder anderen Winzer auslassen kann, sind wir bald wieder für uns.

Für unser Protokoll:
– Haut Cabrierre – der schwächste auf der Runde, aber ideal zum „warm machen“
– Le Lude – 3 hochkarätige Champagner, tolle Käseplatte, sehr edles Ambiente – bis auf die Wikinger
– Moreson – erstklassiges Tasting im Garten, tolle Beratung, fahren wir nochmal hin
– Eikehof – kleinstes Weingut mit 20.000 Flaschen, sehr familiär, super Preis-/Leistungsverhältnis
– Paserene – erstklassige Weine aber deutlich zu teuer.

Generell lässt sich sagen, das die Weine hier komplett anders ausgebaut werden als in Europa, und sehr viel mit Holz gearbeitet wird. Darüber hinaus gibt es neben den trockenen warmen Zonen die Einflüsse vom nahegelegenen Ozean, was in Summe zu völlig neuen Geschmacksrichtungen führt, die wir in der Form bisher nicht kannten. Will heißen, wir fangen quasi wieder bei Null an. Na dann Prost!
Als wir den Rückweg mit dem Bus antreten ist es bereits 17:00 Uhr und ehrlich gesagt, es reicht auch langsam. Wir haben uns die Proben jeweils geteilt um eine möglichst große Bandbreite abzudecken, aber trotzdem ist über den Tag das ein oder andere Promillchen zusammmen gekommen.

Zurück in unserer Unterkunft legen wir uns an den Pool und schlafen eine Stunde tief und fest unseren Rausch  aus, bevor wir uns fürs Essen fertig machen. Mittlerweile geht bereits der zweite Tag in diesem Urlaub seinem Ende entgegen.

Dem ein oder anderen wird nicht entgangen sein, das dieser Blog bisher wenig bis gar keine Bilder enthält – mal wieder. Und was soll ich sagen, es gibt technische Probleme – mal  wieder. Ist ja nicht der erste Urlaub, das so etwas passiert, aber jedesmal wenn ich wieder zuhause bin, habe ich das verdrängt. Momentan habe ich zwei Baustellen. Zum einen hat das Kartenlesegerät für meine CF-Karte (Spiegelreflex) den Geist aufgegeben, d.h. ich bekomme keine Fotos auf den Rechner. Zum anderen erkennt unser altes Netbook die Samsung Handys nicht in der gewohnten Form, d.h. auch aus dieser Quelle kommen momentan keine Fotos. Windows XP hat zwar den Vorteil, das kein Mensch mehr Viren für dieses System programmiert, aber alles andere ist auch etwas in die Jahre gekommen. Unser Serviceteam arbeitet bereits an einer Verbesserung, aber ich denke nicht,  dass das vor morgen Abend was wird.

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