Team2-On-Tour

Takamaka Rum

Der Takamaka-Baum findet sich zuhauf auf den Seychellen, Madaskar, Mauritius und in Ostafrika. Er prägt hier das Landschaftsbild, wird aufgrund seines harten Holzes gerne für den Möbelbau genutzt und heißt vermutlich auch schon hunderte von Jahren so. Aber in den letzten Jahrzehnten ist der Baum vermutlich auch ein Glücksfall für die Marketingbranche. TAKAMAKA, dieser klingende Name, da lässt sich was draus machen. Es gibt einen Teil der Insel, der sich Takamaka nennt, dort gibt es den Anse Takamaka und seit 2002 wird hier auf Mahé auch der Takamaka Rum gebrannt. Macht ja Sinn. Bevor wir uns heute in das tägliche Strandleben stürzen, beschließen wir uns eine Besichtigung der Destillerie anzutun. Wir sind gegen 11:15 Uhr dort und erfreulicherweise gibt es  um 11:30 Uhr eine Führung mit Rum-Tasting. O.K. bis wir beim Rum angelangt sind, wird es vermutlich schon 12:00 Uhr sein.

Keimzelle ist ein ehemaliges Herrschaftshaus, welches nach dem Tod der Kolonialherren langsam aber sicher dem Verfall geweiht war. Ende des letzten Jahrtausend hat man dann von Regierungsseite Investoren gesucht, die hier investieren wenn man Ihnen das Gelände zur Verfügung stellt und diese sich im Gegenzug verpflichten, den  Laden in Schuß zu halten. Win-win also.

In dem alten Herrschaftshaus hat sich mittlerweile ein schickes Restaurant angesiedelt und in den anderen Gebäuden sitzt die Brennerei plus Verwaltung. Das Zuckerrohr wird von den Kleinstbauern der Insel gekauft und aufgrund der geringen Mengen wird im Herstellungsprozess Melasse (Zuckersirup) zugesetzt, den man zukauft. Auf diese Art werden hier jährlich 350.000 Flaschen Rum unterschiedlicher Qualitäten gebrannt. 60% bleiben auf den Inseln, 40% gehen in den Export.
Nach der Theorie kommt die Praxis – das Rum-Tasting. Es gibt 4 verschiedene Sorten von weiß, über braun, dunkelbraun bis zum 8 Jahre alten Rum, dazu zwei aromatisierte (nur 25% Alkohol) mit Kokos und Ananasgeschmack. Den braunen haben wir als kleine Flasche direkt bei unserer Ankunft gekauft. Er schmeckt nach Vanille, Zimt und Karamell. Eigentlich ganz lecker, aber nachdem ein Gast am Nachbartisch irgendwo auf Praslin meinte, er erinnere ihn an Rumkugeln, mussten wir ihm leider zustimmen und von da an ging er am besten mit Cola. Beim Tasting gefällt uns vor allem der 8 Jahre alte Rum. Klar, am besten immer direkt oben anfangen. Ist ja Urlaub, von daher gönnen wir uns eine Flasche für zu Hause.

Auf dem Weg Richtung Strand, kommen wir in Grand Anse am städtischen Hospital vorbei und da meine Rückenschmerzen eher schlimmer als besser werden – klar, eine Blockade im Lendenwirbelbereich löst sich in den meisten Fällen nicht von alleine – entscheide ich mich für einen kurzen Besuch. Mal schauen, ob mich vielleicht jemand einrenken kann. Ich hatte diese Idee in den letzten Tagen schon öfter, aber immer wenn wir an solchen Einrichtungen vorbeigefahren sind, standen die Leute bis auf die Straße. Hier hat man das gut verborgen und mich erst nach Aufnahme meiner Personalien in einen Warteraum geführt, der vermutlich die nächsten 5 Stunden für Auslastung sorgt. Nach einiger Zeit wird klar, das die Nummer mit dem gut zahlenden Privatpatienten nicht zieht. Ich frag noch mal bei der Anmeldung nach und sie zeigt mir die Liste, auf der ich ungefähr Platz 28 einnehme. Ich sage, das ich evtl später nochmal wieder komme. Als ich das Hospital verlasse geht es mir schon besser. Psyche oder die Voltaren nach dem Frühstück in Kombination mit Takamaka Rum?

Wir beschließen, uns nach etwas Essbarem umzusehen und stoßen nach einigen erfolglosen Versuchen auf eine kleine Imbissbude, wo es Vienna Sausages mit Chips gibt. Wir entscheiden uns für die Pommes (rot-weiß) ohne Wurst. Der Typ hinter der Theke sieht aus wie Fossie Bär mit Haarnetz. Als er hört, dass wir aus Deutschland kommen, gerät er ins Schwärmen. Er gehörte früher zur Kabinenbesatzung der Seychelles Airlines und ist einmal pro Woche nach Frankfurt geflogen.“Beautiful City“, sieh mal an. Aufgrund seiner Schwärmerei fällt die Portion Pommes allerdings reichlich aus. Danke Frankfurt.

Den Rest des Tages verbringen wir am Anse Takamaka, wo wir noch in den Genuss von 2 Mango Juice kommen und zum Schluß an unserem Pool. Hier hat sich das Wasser über den Tag schön aufgewärmt und wir stehen vorne an der Überlaufkante und schauen auf den Ozean und die langsam aktiv werdenden Flughunde. Ich glaube, diese putzigen Tierchen habe ich bisher noch gar nicht erwähnt. Lauter kleine Batmans mit braunem Bauch die um uns herum kreisen, in die Bäume fliegen und schwups mit dem Kopf nach unten hängen.
Zum Abend machen wir aus der zweiten Hälfte der Nudeln einen Nudelsalat mit Kapern, Oliven, Paprika und Thunfisch. Auch wenn sich die wesentlichen Zutaten an den  letzten Abenden kaum unterscheiden, schmeckt es doch immer irgendwie anders. Und vor allem lecker!

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