07:00 Uhr morgens auf der Insel. Wir haben 12 Stunden geschlafen, die Kopfschmerzen sind fort und alles ist immer noch so schön wie gestern. Wir haben noch eine Stunde bis zum Frühstück also erst einmal ins Meer schwimmen. Bei 24°C Wassertemperatur ist das selbst um diese Uhrzeit keine Überwindung.
Das Frühstück – also das für die Touristen – ist auf den Inseln eher so pseudo-kontinental. 1 Teller mit Obst (Mango, Ananas, Banane), eine Eierspeise nach Wahl sowie Toast mit Marmelade. Kaffe oder Tee und Fruchtsaft. Dem Kaffee auf den Seychellen wird ja im allgemeinen nachgesagt, das er von der löslichen Art und daher eher ungeniesbar ist. Hier in der Outdoor-Küche steht allerdings eine Kaffeemaschine, also wagen wir es und ich muß sagen, er ist ganz annehmbar. Derart gestärkt beschließen wir, uns noch ein wenig Fahrpraxis anzueignen und den anderen Teil der Insel zu besuchen.
An dieser Stelle gleich schonmal ein wenig Bildungsauftrag:
Alle Strände hier auf den Seychellen heißen Anse (gesprochen „Oonß“ aus dem französischen). hier gibt es die Anse Volbert, die Anse Lazio, Anse Possesion. Die Namen sind auf den verschiedenen Inseln weitestgehend die gleichen, genauso wie die Zusatzbezeichnung Cote d’Or für die touristische Hochburg.
Ein schöner Strand ist aber noch nicht alles. Hier gibt es zwei Monsun-Phasen, den Nordwest-Monsun (Oktober – April) und den Südost-Monsun (April – Oktober). Generell kann man sagen, dass zu bestimmten Monsun-Zeiten eine Hälfte der Strände quasi nicht nutzbar ist, weil dann Unmengen von Seegras angeschwemmt wird. Die Reiseveranstalter entschuldigen das in der Regel mit einer intakten Unterwasserflora, aber trotzdem: Augen auf bei der Strandwahl.
Unser Weg führt zunächst mal zur Anse Volbert bzw. Cote d’Or. Es ist der längste Strand der Insel und touristisch am besten erschlossen. Wir nutzen dieses Angebot, und erstehen für Bine eine Kopfbedeckung – eigentlich wie jedes Mal in diesen Regionen. Ich glaube nach unserer Rückkehr muss ich mal auf die Suche gehen, was aus den anderen geworden ist.
Nach dem Cote d’Or folgend die Anse Bouding, die Anse Possesion und die Anse Lazio. Man muss sich das nicht alles merken, sie sind mal kleiner, mal größer, mit oder ohne Palmen oder Granitfelsen. Was sie alle gemein haben ist der feine weiße Sand und die unglaublichen Farben des Wassers. Das hier mutiert gerade zu einem Strand-Foto-Flash, Kamera, Smartphone,iPad, alles was eine Linse hat, muß dran glauben. Der absolute Hammer!
An der Anse Lazio gibt es ein nettes Strandrestaurant, wo wir mit den Füßen im Sand einen frischen Oktopus-Salat genießen, bevor wir ins warme grünblaue Wasser springen und anschließend unter dem Schatten einer Palme abhängen.
Für seychellische Verhältnisse ist der Strand ziemlich voll, zumal er auch von verschiedenen Touri-Touren angesteuert wird. Aber ich schätze mal, das hier keine 100 Leute sind.
Irgendwann treten wir den Heimweg an und bringen den kleinen Hyundai einmal mehr an den Rand seiner Leistungsfähigkeit. Für den Abend haben wir uns ein Restaurant schräg gegenüber unserer Unterkunft ausgesucht. Hier gibt es kreolische und italienische Küche. Bine nimmt ein kreolisches Hähnchencurry, ich den Schwertfisch mit Oliven und getrockneten Tomaten. Beides von hervorragender Qualität. Was wir bereits jetzt feststellen, die Infrastruktur in diesem Bereich ist ausgezeichnet. Es gibt mehrere Restaurants und Imbissbuden sowie eine ganze Reihe von Mini Markets, meistens von Indern geführt. Hier gibt es alles für den täglichen Bedarf und für die zahlreichen Selbstversorger-Unterkünfte auf der Insel. Einer liegt direkt gegenüber unserer Anlage und wir nutzen ihn hauptsächlich für Wasser und Bier.
Das feiste Abendessen tut sein übriges und wir fallen müde ins Bett. Der erste richtige Tag unseres Inselglücks geht zu Ende.
