Team2-On-Tour

Halong Bucht – Highlight grau in grau

Sonntag 15. November

Frühmorgens 04:30 Uhr. Der Nachtzug erreicht Hanoi und wie versprochen steht unser Guide Joe am Bahnhof, um uns in Empfang zu nehmen. Wir haben uns immer noch nicht daran gewöhnt, dass man hier als VIP behandelt wird. Nicht mal sein Gepäck darf man tragen.

Bevor es um 8:00 Uhr weitergeht, haben wir noch etwas Zeit und so schlendern wir durch die erwachende Altstadt von Hanoi. Auf dem Nachtmarkt herrscht schon geschäftiges Treiben und in den Straßen finden sich die ersten Obsthändlerinnen. Was noch fehlt sind – zum Glück – die Mopeds. Wir trinken mit Joe den nach seiner Aussage besten Kaffee in Hanoi. Wahrscheinlich ändert sich das Cafe je nach Guide, aber er war wirklich verdammt gut und alleine hätten wir den Laden vermutlich nicht aufgesucht, geschweige denn gefunden. Anschließend gibt es die beste Nudelsuppe in Hanoi, hier gilt das Gleiche. Beim Gang um den Hoan-Kiem See haben wir nochmal Gelegenheit, die sportlichen Aktivitäten der Hanoier zu bestaunen. Es ist so etwas wie ein öffentliches Fitness Studio, Tai Chi, Badmington und Aerobic werden hier praktiziert. Die bauen hier jeden Morgen kleine Muckibuden auf!

Gegen 08:00 Uhr geht es dann im Auto Richtung Ninh Binh in die trockene Halong Bucht. Sowohl die trockene als auch die (nasse) Halong Bucht bestehen aus einer Vielzahl von Karststeinfelsen, die einzigartige Formationen bilden. Die nasse ist dabei die bekanntere und Unesco Weltkulturerbe. An diesem Tag steht aber zunächst die trockene auf dem Programm. Das eher mäßige Wetter hatte uns nach Hanoi begleitet und auch während der Fahrt wird es nicht besser. Kühle Luft aus China zieht Richtung Süden und bringt Wolken und Regen bei ca. 12°C. Alles Schlechte kommt aus China, wie der Vietnamese zu sagen pflegt.

In der Mittagszeit machen wir einen kurzen Stopp, um eine Kleinigkeit zu essen. Spezialität in dieser Gegend ist Ziegenfleisch in den unterschiedlichen Variationen. Seitens unseres Guides wird uns die Ziegenblutsuppe angepriesen, nach seiner euphorischen und detailreichen Schilderung haben wir allerdings vereinbart, dass er eine Portion bestellt und wir beide zunächst probieren. Seine Portion hat für alle drei gereicht!

Es schmeckt eigentlich nicht schlecht, aber irgendwie steht man sich mit seiner Phantasie selbst im Weg. Das Ganze sieht ein wenig aus wie roter, undurchsichtiger Wackelpudding wobei es sich allerdings um gestocktes Ziegenblut handelt. Innen ist das zugehörige Fleisch und jede Menge Kräuter. Wie gesagt, nicht wirklich schlecht…
In Ninh Binh angekommen, werden wir nachdem wir unser Hotel bezogen haben, in einem kleinen Bambusboot durch die trockene Halong Bucht kutschiert. Es ist wirklich beeindruckend, aber bei 12°C und Regen fehlt einfach ein wenig die Atmosphäre.

Mo. 16. November

Heute geht es weiter Richtung nasse Halong Bucht. Das Gegenstück im Südchinesischen Meer. 1.969 Felsen auf ca. 3.500 km² Gegen Mittag erreichen wir Halong Bay bei?…… richtig, wolkigem Himmel und gefühlten 10°C. Die Halong Bucht ist eines der Highlights unserer Reise. Man soll die Qualität des Urlaubs ja nicht an der Anzahl der Sonnenstunden, der Bräune oder der Qualität der Fotos festmachen, aber ein bißchen enttäuscht sind wir schon.
Wir beziehen unsere Kabine auf einer Dschunke, der Red Dragon, Insgesamt 5 Kabinen belegt von einer indischen Familie, einem chinesisch-amerikanischem Ehepaar, einem Amerikaner sowie zwei deutschen Touris ergeben eine bunte Truppe.

Die Dschunke sticht pünktlich in See und schippert gute 2 Stunden durch die Bucht, während wir unser Lunch einnehmen. Für die nächsten 24 Stunden stehen neben der eigentlichen Fahrt durch die Bucht, die Besichtigung einer Grotte, eines Dorfes der Seenomaden sowie Kajaking und Schwimmen auf dem Programm. Letzteres wird verständlicherweise nicht so richtig angenommen. Ach ja, und natürlich Essen, Essen, Essen.

Letztendlich ist es ein toller Ausflug, auf einem super Schiff, fernab der anderen 649 Boote, stilvoll und in kleiner Runde, nur leider eben ohne Sonne. Aber man muß ja auch was haben, zum Wiederkommen.

Am Mittag des nächsten Tages geht es – nach dem Austausch sämtlicher E-Mail Adressen – zurück nach Hanoi zum Flughafen, von wo wir den Flieger nach Danang nehmen, ca. 400 km weiter südlich. (Sonne!!!) Auch unseren Guide Joe müssen wir hier schweren Herzens abgeben, aber wir bleiben in Verbindung.
Und wieder gehen aufregende Tage zu Ende, diesmal mit dem Wunsch nach besserem Wetter und einer Gruppe Franzosen die in Herrscharen Vietnam besuchen, vermutlich weil sie meinen, man spricht hier noch französisch.

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