Heute endet unser Urlaub in Laos und es geht zurück nach Bangkok. Zwei aufregende Wochen in einem wunderbaren Land. Ursprünglicher als Thailand, sehr viel Natur und freundliche Menschen. Reisen ist auch hier relativ einfach und es gibt nach wie vor noch viel zu sehen. Wir haben bereits Pläne.
Jetzt also Bangkok. Größer könnte der Kontrast nicht sein. Es ist jetzt das vierte Mal seit 2008, dass wir hier zumindest einen Stopp einlegen und die Stadt hat sich jedes Mal weiter verändert. Es gibt viele die sagen, Bangkok – auf gar keinen Fall. So weit würde ich nicht gehen, aber das Bangkok von 2008 ist an der ein oder anderen Stelle kaum noch wieder zu erkennen. Unser Bangkok Airways Flug landet um 13:45 Uhr auf die Minute pünktlich. Jetzt das übliche Procedere: Einreise, Koffer abholen, Geld tauschen bei SuperRich, dem anerkannt besten Geldwechsler in Thailand, noch eine SIM Karte für mich, und dann zum Taxistand. Bei unserem ersten Besuch in 2008 sind wir direkt aus der Ankunftshalle raus, da stehen aber nur die Limousinen. Ich habe damals eine Viertelstunde gefeilscht, bis wir einen einigermaßen akzeptablen Preis bekommen haben.


Mittlerweile wissen wir, dass eine Ebene tiefer die lokalen Taxis stehen. Da geht das für die Hälfte. Gegenüber unserem letzten Besuch 2019 gibt es mittlerweile ein elektronisches Ticket-System. Man bekommt eine Nummer zugewiesen, die über der Bucht, in welcher das Taxi steht, angezeigt wird.
Eigentlich ist mittlerweile Einschalten des Taximeters zum Standard geworden. Trotzdem will unser Fahrer, nachdem er Google angeworfen und die Staus gesehen hat, am Preis feilschen. Konsequenterweise hätten wir gleich wieder aussteigen sollen, handeln ihn dann aber runter. Vermutlich haben wir immer noch zu viel bezahlt, aber fairerweise muss man dabei sagen, dass er für die Strecke fast 2 Stunden gebraucht hat. Für den Rückweg am frühen morgen brauchen wir 35 Minuten. Willkommen in Bangkok.

Grob gesagt gibt es die Altstadt und die Neustadt. Die Altstadt ist nach wie vor das Zentrum der Backpacker. Hier pulsiert das Leben auf den Straßen, es gibt die günstigsten Unterkünfte, preiswertes Essen, jede Menge Bars und an jeder Ecke ein Tour Operator der Tickets für die Weiterfahrt verkauft. Hier finden sich aber auch die vielen fantastischen Tempel wie der Königsplast oder der Wat Po mit dem liegenden Buddha. Die Neustadt entlang der Sukhumvit und Silom Road sowie unten am Chao Phraya ist gekennzeichnet durch die Hochhäuser. Hier ist das Bankenviertel, es gibt eine Vielzahl von Spitzenhotels der internationalen Ketten und auch ein Nachtleben. Die Touristen sind hier aber komplett andere.
2008 sind wir in der Altstadt gestartet mit einem Rückflugticket und einer Hotelbuchung in Bangkok, der Rest war bis auf den Inselbungalow über Bines Geburtstag offen. Damals gab es diesen Blog noch nicht, sonst hättet Ihr wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Wir waren halt noch jünger und nicht so verkopft. Über die Jahre haben wir dann in der Neustadt gewohnt, meistens unten am Fluss.
Für dieses Mal haben wir mal wieder die Altstadt gewählt. Nostalgie. Unser Hotel liegt direkt am Chao Phraya, aber man ist fussläufig in der Rhambutri Road und Khao San Road, dem Backpackerzentrum.
Nachdem wir eingecheckt haben, gehen wir auf Erkundungstour. Kurz gesagt, nichts ist mehr so wie es war. O.K. das Restaurant in dem ich damals mein erstes nicht so scharfes Curry hatte – zumindest hatte ich das so bestellt – ist noch da, aber die Qualität hat nachgelassen. Nicht so scharf verstehen sie allerdings immer noch nicht. Auf den Straßen stehen Massageliegen und jede Menge Händler mit irgendwelchem Touri-Souvenir-Kram versperren den Weg. Ich bin der Meinung es sind mehr geworden, lästig waren sie immer schon. Wir ergattern einen Platz im Freien, an der Straße und bestellen was zu essen und 2 Bier. Das Pendant zum Beerlao ist hier das Chang Bier, ähnlich süffig.



Nach dem Essen schlendern wir noch ein wenig die Straße entlang, genehmigen uns einen Cocktail an einer fahrenden Cocktailbar und ziehen ein wenig ernüchtert zurück ins Hotel. Es gibt 2 Möglichkeiten: Entweder es ist über die Jahre schlimmer geworden, oder wir älter. Vermutlich ist es eine Kombination aus beidem.
Der nächste Morgen beginnt. Wir gehen frühstücken und legen das Programm für den Tag fest. Wat Arun – IconSiam – Chinatown. Das schöne ist, wenn man am Fluß wohnt, kann man diesen als Transportweg nutzen. Es gibt die Local Boats, welche den Fluss rauf und runter fahren, bis weit aus Bangkok hinaus und welche von den Einheimischen im Berufsverkehr genutzt werden. Das Ticket kostet weniger als einen Euro und bezahlt wird auf dem Boot. Mittlerweile gibt es zusätzlich Touristenboote, die optisch deutlich mehr her machen, im Wesentlichen an den Highlights stoppen, aber auch deutlich teurer sind. Der nächste Fähranleger ist 3 Minuten zu Fuß von unserem Hotel und bis zum Wat Arun sind es 4 Stationen. Was wir zuerst lernen, bezahlen auf dem Boot ist nicht mehr. Hinter einem Schalter sitzt eine etwas kräftigere Thai – ich denke wieder sofort an Kung Fu Panda – und schreit in der Gegend rum. Ich weiß nicht, ob sie nur schlecht hört, sie möglichst weit hörbar sein möchte, oder ob das vielleicht ihr Naturell ist. Wir erstehen 2 Tickets für 42 Baht, umgerechnet 1,10 EUR und warten auf das Boot. Auch dort wird geschrien, die Thai ist kleiner aber mindestens genauso laut. Es sind nur 4 Stationen, daher unterdrücke ich mein Verlangen, sie über Bord zu werfen.
Der Wat Arun oder der Tempel der Morgenröte ist eines der Wahrzeichen von Bangkok und liegt auf der eher unspektakulären Seite des Chao Phraya gegenüber von Königspalast und Wat Po. Wir waren 2011 das letzte mal dort, von daher macht ein neuerlicher Besuch Sinn. Was sofort auffällt sind die vielen Touristen, meistens Thai, die sich in Originalkostümen von professionellen Fotografen in dieser Kulisse ablichten lassen. Das gab es damals noch nicht, aber wir haben ähnliches letztes Jahr bereits in Sukothai gesehen. Dort wie hier gibt es außerhalb der Mauern des Tempels spezialisierte Shops die diese Kleidung verleihen. Den dazugehörigen Make up Artist habe ich nicht gesehen, aber zumindest die Mädels sind reichlich aufgebrezelt. Heute ist Sonntag und das Angebot wird stark nachgefragt.







Nachdem wir unsere Fotos geschossen haben – leider habe ich die von 2011 nicht auf dem Handy, somit stelle ich erst zu Hause fest, dass ich vermutlich die meisten bereits habe – schlendern wir noch ein wenig durch die Straßen hinter dem Tempel, fotografieren noch etwas Lokalkolorit und genehmigen uns einen Kaffee mit Yuzu, einer Citrusfrucht, und machen uns auf den Weg zum nächsten Tagesordnungspunkt.
Das Iconsiam ist ein weiteres dieser Mega-Einkaufszentren, wo man bei Bedarf unendlich viel Geld lassen kann. Es hat 2018 seine Tore geöffnet, war also als wir das letzte Mal hier waren, gerade mal 1 Jahr alt. Wir haben uns damals auf die Luxusabteilung konzentriert, wo alles, was in Europa Rang und Namen hat (Gucci, Prada, Bottega Veneta, usw.) einen Flagship Store hat.

Es gab aber bereits zu diesem Zeitpunkt schon einen riesigen Food Court mit allem, was Asien zu bieten hat. Warum uns der damals nicht aufgefallen ist, kann ich heute nicht mehr sagen. Vermutlich waren wir zu geflasht. Wir schlendern eine gute Stunde durch die Wohlgerüche Asiens, können uns aber nicht entschließen, bei den teils abenteuerlich aussehenden Gerichten zuzugreifen.






Stattdessen begeben wir uns in den 5. Stock, wo es eine weitere, aber diesmal internationale, hochwertige Fressmeile gibt. Das damalige Budget des Innenarchitekten – ich glaube heute heißen die Interior Designer- würde mich interessieren. Alle Restaurants sind aufwendig gestaltet und von der Decke rieselt ein künstlicher Wasserfall, incl. Lichtspiel und natürlich elektronisch gesteuert. Hammer!


Eine Etage höher gibt es eine riesige Dachterrasse mit wunderbarer Aussicht über Bangkok und den Fluss. Weite Bereiche sind for free, andere von der Gastronomie gemietet. Starbucks hat hier die größte Location in ganz Südostasien und z.B. eine Ecke gebucht. Wir besuchen einen Italiener am äußeren Ende der Terrasse, das „Bianca“. Klingt krass, ist aber so, manchmal ist einfach genug mit Reis. Das Mädel am Eingang bietet uns einen Tisch im Innenraum nahe der Bar an, quasi der Katzentisch. Das ist der Moment von Super Woman, sie macht das immer sehr gut und ich lass sie machen, auch wenn das manchmal schon schräg ist. Sie jammert und fragt, ob nicht draußen noch was mit Aussicht geht. Ja sie haben noch einen, aber der ist reserviert – ab 18:30 Uhr. Hallo? Wir haben jetzt 15:00 Uhr, bis dahin haben wir den Laden leergetrunken. Wir versprechen, in spätestens 2 Stunden wieder weg zu sein und bekommen den Tisch. Vorne an der Brüstung mit grandioser Aussicht. Nochmal Hammer!
Angesichts dieser spektakulären Ausgangslage beschließen wir, neben den Getränken noch eine Kleinigkeit Essen zu bestellen. Es gibt Bruschetta und eine Pizza die wir uns teilen, dazu ein italienisches Peroni und einen Chardonnay aus dem Piemont. Meine Frau ist in Love. Berücksichtig man die Entfernung von ca. 11.000 km, eine herausragende Qualität. Während des Essens stellt sich heraus, dass wir – mal wieder – relativ optimistisch waren, was unsere Zeitplanung betrifft. Chinatown ist heute nicht mehr zu schaffen. Wir beschließen daher, hier noch den Sonnenuntergang zu genießen und dann weiterzuziehen.
Es ist bereits dunkel und vorm Eingang findet eine kleine Lichtshow statt, daher ist es hier voll. Ich kämpfe mich zum Boat Ticket Shop und besorge 2 Tickets für die Fähre auf die andere Seite zum Sathorn Pier. Dort angekommen, müssen wir leider feststellen, dass die Local Boats nicht mehr fahren. In meinen – offensichtlich veralteten – Unterlagen steht noch was von 20:00 Uhr. Bleibt nur ein Taxi über Grab, welches uns in 45 Minuten durch die verstauten Straßen von Bangkok zum Hotel bringt.
Abendessen können wir ausfallen lassen, 2 Bier im Hotel gehen noch, es ist gerade Happy Hour. So haben wir unseren ersten Bangkok-Tag erfolgreich hinter uns gebracht.
