Soe Soe will uns um 09:00 Uhr abholen. Wir stellen uns den Wecker auf 07:15 Uhr um ausgiebig zu frühstücken, sind aber bereits um 06:15 Uhr wach. Das hat mehrere
Gründe. Zum einen hat man den Eindruck, ein Helikopter landet auf dem Dach. Das sind die ersten Boote die über den See brettern. Meist bringen oder holen sie Touristen. Zudem haben wir am Abend zuvor die Vorhänge nicht geschlossen, so dass bereits um diese Uhrzeit der See im Licht der ersten Sonnenstrahlen vor uns liegt. Da wir aber nach einem feisten Essen gestern Abend bereits vor 22:00 Uhr im Bett waren, reicht die Zeit völlig aus. Wir springen also aus den Betten und genießen als erstes die Aussicht. Das Frühstück hier kann was! Neben den obligatorischen Eier-Varianten gibt es hier außerdem Wurst und Käse, sowie Croissant. Den Hotel-Manager – einen Franzosen – haben wir gestern Abend kennengelernt. Er behauptet, dass sein kleiner Spitzkühler den er vor sich herschiebt hauptsächlich daher rührt, dass er persönlich tausend Croissants probieren musste, ehe die richtige Mischung gefunden war. Aber die kleinen Dinger können sich sehen lassen.
Nach dem Frühstück geht es los Richtung Indein, einer der Orte am See. Dort findet heute der 5-Tage-Markt statt, 5 Tage Markt, jeden Tag an einem anderen Ort am See. Das hier ist Pa O-Land und wir haben ausgiebig Gelegenheit, das bunte Völkchen bei seinen Einkäufen zu beobachten. Ich weiß nicht wie der Kopfschmuck früher aussah, aber heute sind es meistens bunte Handtücher, welche sie sich um den Kopf wickeln, vermutlich gegen die Hitze. In Indein gibt es ebenfalls ein Pagodenfeld, allerdings in einem relativ desolaten Zustand. Teilweise wachsen die Bäume aus dem Gemäuer in den Himmel. Das Ganze hat ein wenig Ähnlichkeit mit Tha Prom, nur eben anders. Immer wenn sich ein Spender findet, wird eine Pagode so weit wie möglich restauriert. Auf dem Hügel liegt die Hauptpagode mit wiederum jeder Menge Stupas, alle in Gold. Wenn hier die Sonne lacht, hast Du Belichtungszeiten von denen Du sonst nur träumst. Ach ja, und ein Königreich für ein Weitwinkel.
Gegen Mittag kehren wir in ein „Restaurant“ im Ort ein. Es gibt gebratene Nudeln mit Huhn sowie Tomatensalat, im Zweifelsfall immer eine verlässliche Kombi. Den Tomatensalat kann man sich ähnlich vorstellen wie bei uns, nur dass neben roten auch grüne Exemplare serviert werden. Zusätzlich zum Dressing mit Knoblauch und
Zwiebeln werden häufig auch gehackte Erdnüsse und Chilis mit untergemischt. Eine deutlich raffinierter Variante, die wir zukünftig auch bei uns mal ausprobieren werden.
Wir sitzen direkt an der Straße auf einer Terrasse, deren Bambusdach angenehmen Schatten spendet. Die Straße ist ein ca. 4 m breiter staubiger Weg an der Rückseite des Marktes. Es herrscht reges Treiben, der Markt geht zu Ende und die Burmesen bringen ihre Einkäufe nach Hause, Händler wiederum beginnen ihre Waren abzutransportieren. Alle flanieren an uns vorbei, im Hintergrund die Rückseite einer Bambushütte. Ein schönes Fotomotiv, welches wir x-mal fotografieren, mit wechselnden Typen und Transportmitteln.
Nach dem Essen geht es zurück aufs Wasser. Rund um den See gibt es 37 Dörfer, aber viele Menschen leben direkt auf dem Wasser. Meistens Fischer oder Farmer die ihre Häuser auf Stelzen gebaut haben. Die einen fahren frühmorgens raus zum Fischen, die anderen fahren in Ihren Schrebergarten, um zu ernten. Vermutlich einzigartig auf dieser Welt sind die schwimmenden Gärten der Intha. Viele Menschen leben auf dem Wasser. Auf dem See schwimmen jede Menge Wasserhyazinthen in deren Wurzelwerk sich der durch die Flüsse angeschwemmte Schlamm festsetzt. So entsteht im Laufe der Jahre eine bis zu 1 m dicke Humusschicht auf denen die Burmesen hauptsächlich Tomaten, Bohnen oder Blumen pflanzen. Die Schichten werden in ca. 2 m breite und bis zu 50 m breite Parzellen „geschnitten“ und mit Bambusstangen fixiert. Bei Bedarf können sie dann diese schwimmenden Gärten wie ein Floß an einen anderen Ort bringen. Rundherum gibt es schwimmende Dörfer mit Haupt- und Nebenstraßen, Schule und kleinem Supermarkt. Eben ein kleines Dorf. Auf dem Rückweg machen wir noch Halt im ältesten Kloster auf dem See, 200 Jahre alt. Die Hauptattraktion sind Katzen, welche die Mönche dressiert haben so dass sie auf Befehl durch Reifen springen. Unsere Katze macht sich selbst die Türen auf, aber das haben wir ihr nicht beigebracht. Das Kloster an sich ist aber schon einen Besuch wert. Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir wieder zurück im Hotel, machen es auf unserer Terrasse bequem und genießen das Schauspiel.
