Der heutige Tag startet mit einem der Highlights dieser Reise, eine Ballonfahrt über die Pagodenfelder von Bagan. Um 05:15 Uhr werden wir abgeholt und zum Startplatz gebracht. Nach einer kurzen Einweisung durch die englischen Piloten werden die Ballons aufgeblasen. Das ist schon ein besonderes Erlebnis, wenn sich diese riesigen Luftsäcke allmählich aufrichten und den Himmel verdunkeln. Fünf Ballons mit jeweils 16 Mann an Bord erheben sich in den Himmel während am Horizont langsam die Sonne aufgeht. Man kann viel mit Film oder Foto festhalten, aber manche Dinge muss man einfach erlebt haben.
Bis auf das regelmäßige Zischen der Brenner ist es absolut still. Man gleitet dahin, während über den Pagoden die Sonne aufgeht und Nebelschwaden auf den Feldern liegen. Nach ca. 45 Minuten ist der Spaß vorbei und wir landen auf einem Feld. Es gibt Champagner, ein kleines Frühstück und man kann eine DVD mit Bildern von den Passagieren kaufen, die während der Fahrt mit einer ferngesteuerten Kamera von der Außenseite des Ballons gemacht worden sind. Im Hotel haben wir noch die Möglichkeit für ein Frühstück, bevor es weitergeht zu einer kleinen Landpartie zum Mount Popa, ein erloschener Vulkan im Inland. Auf die Spitze hat der Burmese natürlich eine Pagode gebaut. Der Berg ist die Heimat der Nats, Geister die hier immer noch in der Kultur und Religion verwurzelt sind. Zweimal im Jahr findet ihnen zu Ehren ein großes Fest statt, zu denen die Burmesen in Scharen anreisen.
Auf dem Weg halten wir mal wieder an einer landestypischen Betrieb. Dieser hat sich der Toddy-Palme verschrieben, die hier auf riesigen Flächen wächst. Ähnlich wie die Chinesen beim Essen, verwerten die Leute hier nahezu alle Bestandteile. Aus dem Saft der Bäume wird Sirup und Alkohol hergestellt, die Blätter ergeben bastähnliche Platzsets oder Stuhlauflagen und aus den Ästen lassen sich noch prima Möbel bauen. Nach der Führung bekommen wir einen Tee und einige
Snacks, weshalb wir uns genötigt sehen, ein paar Palmzucker Bonbons zu kaufen.
Mount Popa ist jetzt nicht der Brüller. Oben gibt es einen guten Rundumblick auf die umliegende Landschaft, den man sich aber über 730 Stufen erkämpfen muss. Barfuß natürlich. Neben Touristen findet man hier eine große Anzahl von Affen, welche die Stufen belagern. Ich habe im Vorfeld schon die verschiedensten Dinge über die Affen und ihre Hinterlassenschaften gelesen und vorsichtshalber reichlich feuchte Tücher eingepackt. Neueste Geschäftsidee der Burmesen ist aber anscheinend, die Treppen zu wischen und durch ständiges „… a donation for cleaning please“ darauf hinzuweisen. Der ganze Weg sieht also relativ sauber aus. Die Aussicht oben ist ganz nett, wir schießen ein paar Fotos und treten nach 20 Minuten den Weg nach unter an. Und wieder „…a donation for cleaning please“
Der Ort um den Berg bekommt gerade eine neue Straße. Neben einer riesigen Dampfwalze finden sich hier jede Menge Männer und Frauen, die Körbe mit kleinen Bruchsteinen schleppen, die zusammen mit etwas Teer die neue Schicht bilden. Hier muss halt jeder ran. Überhaupt sieht die Gegend hier deutlich ärmer aus als in Bagan, es geht also noch schlechter. Wir nehmen ein kleines Mittagessen und begeben uns auf den Heimweg. Unterwegs erstehen wir einige Flaschen Myanmar Beer und Erdnüsse zu äußerst zivilen Preisen. Das Ganze muss jetzt nur noch unauffällig an der Rezeption vorbei und zur Kühlung in die Minibar. Apropos zivile Preise,
nachdem das Hotel für die Reinigung eines Oberteils 4 Dollar berechnet, haben wir unsere Schmutzwäsche kurzerhand Tal mitgegeben, der sie im Dorf hat reinigen lassen. Umgerechnet 3,.—Euro für 10 Teile und burmesischem Weichspüler. Man muss halt Ideen haben. Den Rest des Tages schauen wir uns noch zwei Tempel an (Lokahtheikpan, Dammayangyi) und lassen uns anschließend im Nachbarort absetzen, wo wir zu Abend essen.
