Der 3. Tag unserer ersten Südafrika-Reise ist angebrochen. Wie üblich bin ich um 05:30 Uhr wach, drehe mich aber noch einmal um, und schaffe die 07:30 Uhr. Dann aber treibt mich die Vorfreude auf das Frühstück aus dem Bett. Es hängt noch etwas Nebel in den Bergen, aber der Tag verspricht schön zu werden.
Heute hat die beste Ehefrau von allen Geburtstag und das ist der eigentliche Grund, weshalb wir uns um diese Jahreszeit immer absetzen. Nach einem opulenten Frühstück entscheiden wir uns für eine Tour mit dem Auto durch das Weingebiet mit dem Fernziel Stellenbosch.

Los geht’s über den Franschoek Pass, von wo man eine sehr schöne Aussicht auf den Ort und die umliegenden Berge hat. Vor einer Woche hat es hier gebrannt und die Spuren sind nach wie vor sichtbar. Die Landschaft ist eindrucksvoll und lässt sich nur schwer mit dem vergleichen, was man kennt. Manchmal denke ich ich fahre über La Palma, ein anderes Mal könnte es der Westen der USA sein.
Kurz bevor wir Stellenbosch erreichen – es ist bereits 11:30 Uhr – muß ruckartig eine Toilette her und so entschließen wir uns, die nächstbeste Lokalität anzusteuern, um Entlastung zu schaffen. Es ist ein italienisches Restaurant mit italienischer Musik und die Hügel in der Ferne erinnern ungelogen ans Piemont. Da wir die Toilette nicht schnorren wollen, entschließen wir uns zu 2 Glas Sauvignon Blanc – ist ja auch ein bißchen Bildungsreise. Nach den ersten Schlücken, beschließen wir, zudem noch eine Kleinigkeit zu essen. Bis wir in Stellenbosch sind und etwas passendes gefunden haben, ist es mindestens 13:30 Uhr und wir haben für Abends einen Tisch reserviert, den wir ungern mit vollem Magen einnehmen wollen.

So kommen wir völlig ungeplant und unvorbereitet zu einem Stop, den wir vermutlich sonst nie gemacht hätten. Und was soll ich sagen: Location klasse, Essen klasse, Service klasse.
Anschließend geht es weiter nach Stellenbosch. Die erste Runde duch die Stadt drehen wir mit dem Wagen, bis wir einen Parkplatz gefunden haben. In den Straßen wird man von Mitarbeitern der Stadt eingewiesen und diese berechnen auch direkt den Preis. Wir parken etwas am Rande der Stadt auf einem großen Parkplatz. Hier gibt es jede Menge Farbige, die einen mit wichtigen Gesten zu den freien Lücken dirigierenund dann einen Preis „berechnen“. Ich zahle erst einmal einen Abschlag und verspreche den Rest wenn ich zurückkomme. Ist zwar nicht im Sinne des jungen Mannes, aber so bleibt er wenigstens dort, bis wir zurückkomen und passt auf das Auto auf.
Stellenbosch ist aus meiner Sicht auch nicht viel größer als Franschoek hat zwei Hauptstraßen, die parallel verlaufen und jede Menge Bars, Cafes, Kunstgalerien und Schmuckläden aufweißen. Ich finde es allerdings deutlich trubeliger als Franschoek und wohnen möchte ich hier auch nicht unbedingt. Nachdem wir die meisten Läden abgegrast haben, nehmen wir uns noch ein Glas Blubberwasser, bevor wir zurück zum Auto gehen. Nicht ohne vorher einen der offiziellen Parkeinweiser nach den üblichen Parkgebühren zu fragen, was unsereVerhandlungspositon mit unserem Parkwächter deutlich verbessert.
Wir treten langsam den Heimweg an, wollen aber dem Weingut Delaire Graff noch einen Besuch abstatten. Es ist ein Tip von Bines Arbeitskollege der vor 2 Jahren bereits hier war. Der Besitzer hat sein Geld im Diamantenhandel gemacht, und dieses gewinnbringend in ein Weingut mit angeschlossenem Hotel investiert. Die gesamte Anlage ist extrem beeindruckend, angefangen bei der kilometerlangen repräsentativen Auffahrt, über die Architektur bis hin zu den unzähligen Kunstwerken, die sich überall auf dem Grundstück und im Gebäude befinden. Und zu allem Überfluss macht er auch noch exzellenten Wein. Wir beschließen, mit Blick auf die umwerfende Landschaft eine kleine Weinprobe zu machen, die uns am Ende durch 8 verschiedene Weine führt und gut 2 Stunden dauert. Zum Schluß nehmen wir noch 3 Flaschen mit auf den Weg, damit wir was haben, wenn wir diese Gegend verlassen, um durch andere Ecken Südafrikas zu fahren. Ich glaube, Wein zu speditieren ist irgendwie unser Ding.





Als wir endlich zurück in unserer Unterkunft sind, bleiben uns noch 15 Min. bis zu unserem Dinner. Dem Anlass entsprechend haben wir in einem der örtlichen Edelrestaurants dem „Le Petit Colombe“ reserviert. Es ist mehr Kunst auf dem Teller, als Hausmannskost, jeder Gang mit einem korrespondierendem Wein. Aber ich muß sagen, der Abend war der krönende Abschluß des Tages, mit nochmals vielen neuen geschmacklichen Eindrücken.


Jetzt liegen wir satt im Bett, die beste Ehefrau von allen schläft bereits. Ich werde jetzt noch ein paar Bilder einfügen und dann ihrem Beispiel folgen.
