Team2-On-Tour

Die Route 62

Heute geht es weiter durch die kleine Karoo, immer entlang der Nationalstraße 62, welche man in Anlehung an die große Route 66 in den Staaten entsprechend Route 62 genannt hat und die meiste Zeit hat man auch den Eindruck, man fährt durch den Westen der USA. Unendliche Weite, Berge in der Ferne und so gut wie keine Menschenseele. Die Tour führt uns heute bis Outdtshoorn, ca. 240 km entfernt. Eigentlich kein großes Ding, Fahrzeit ca. 2,5 – 3 Stunden, aber natürlich haben wir uns vorher schlau gemacht und es gibt einiges rechts und  links des Weges, was wir uns natürlich anschauen wollen.

Da Abigail kein Frühstück anbietet, hatten wir uns vorab ein Diner im Ort ausgesucht, wo wir einkehren wollen. Nachdem wir langsam wach geworden sind, macht Bine uns erst einmal einen Pott Kaffee vom Löslichen. Ist jetzt kein Ily, aber er erfüllt seinen Zweck. Beim Packen stoßen wir auf 2 Bananen, die wir bei unserer Ankunft in Franschoek gekauft haben und die eher durch den Geruch, als durch ihre Farbe als solche zu erkennen sind.Einen weiteren Tag werden sie vermutlich nicht überstehen, also entscheiden wir uns, sie direkt zu essen – damit wir die Schalen noch hier entsorgen können.  Danach sind wir soweit gesättigt, dass wir nachdem wir  getankt haben, ohne Frühstück starten.

Erster Halt ist Barydale, nach ca. 60 Kilometern. Hier steht das „Diesel & Cream“ ein rustikales Roadhouse mit viel altem Blech und etwas abgeranztem Mobiliar. Bekannt ist es hauptsächlich durch seine Milch Shakes, aber auch Burger, Wraps und Toast stehen auf der Karte. Es ist 10:45 Uhr und wir sind etwas zwischen den Zeiten- Frühstück gibt es  bis 11:00  Uhr und die Mittagskarte gilt ab 11:00 Uhr. Wir starten erst einmal mit einem Shake und danach hat sich die Sache quasi von selbst erledigt. Außer einem Tomaten-Schinke-Käse-Toast, welches wir uns teilen, geht nichts mehr rein.

Der nächste Stop folgt ca. 500 m weiter bei Hardy’s Africa Memory, einem Laden für afrikansiche Souvenirs. Das Gebäude ist riesig und in verschiedene Bereiche unterteilt. Neben der normalen Touristen-Ware (Schmuck, Portemonnaise, Küchenutensilien) gibt es weitere hochwertige Kunststücke aus Eisenholz oder Stein mit Zertifikat – sehr schöne Stücke. Es ist momentan nicht viel los und  so bietet sich die Gelegenheit zu einem kleinen Plausch. Hardy kommt dem Akzent nach aus dem Großraum Berlin, betreibt seit 32 Jahren diesen Laden und kennt sich aus in der Szene. Er  ist gut vernetzt und kennt den ein oder anderen König (Stammesoberhaupt) in Afrika. Unter anderem aus diesen Quellen bezieht er seine Schätze – auch ein König ist ab und an mal klamm. Die Krönung ist seine Trohn-Sammlung, die er in einem Raum im Untergeschoß aufbewahrt. 15 Unikate, teilweise mehr als 160 Jahre alt und  in der einschlägigen Literatur namentlich erwähnt, schlummern hier vor sich hin. Es gibt schon Typen!

Da wir quasi Neulinge auf dem afrikanischen Gebiet sind und uns spontan kein geeignetes Plätzchen für Hardys Statuen einfällt, belassen wir es bei 2 Teakholz-Schälchen für Erdnüsse oder ähnliches und verlassen den Laden, als ein Bus anhält und jede Menge Touristen ausspuckt.

Nach weiteren 40 km ereichen  wir Ronnies Sex-Shop. Noch einer dieser Orte, die mit der Zeit in jedem Reiseführer auftauchen. Vermutlich in Ermangelung anderer Aktivitäten entlang der Strecke. Der Name klingt vielversprechend und die Geschichte dahinter ist schnell erzählt: Ronnie wollte seinerzeit eigentlich einen kleinen Laden für Obst, Gemüse und andere Lebensmittel aufmachen und hat nebenbei auch noch Getränke verkauft. Eines Nachts irgendwann kamen dann seine Kumpels und haben ihm den Laden komplett mit Dessous und anderen Devotionalien ausgeschmückt. Nachdem der erste Zorn verflogen war, entwickelte sich daraus eine Geschäftsidee. Heute ist es eine etwas in die Jahre gekommene Bar, aber es reicht allemal für ein kühles Getränk und ein paar Fotos.

Als wir Oudtshoorn erreichen ist es mittlerweile 15:00 Uhr. Wie immer in den letzten Tagen haben wir es gut getroffen. Großes Zimmer, große Terrasse, tolle Aussicht und ruhige aber zentrale Lage. Nachdem wir ausgepackt haben, legen wir uns erst einmal an den Pool, plauschen etwas mit unserem Vermieter und genehmigen uns vor dem Abendessen eine Flasche MCC Rickety Bridge Rose brut, der dank Kühlschrank zwischenzeitlich auf Trinktemperatur runtergekühlt ist. Später geht es  zum Abendessen ins „Nostalgie“. Straußen Carpaccio und Straußenfilet, beides  sehr lecker.
Auch dieser Tag ist wieder wie im Flug vergangen. Es ist 23:15 Uhr und ich bin platt. Zeit für den Schlummi, denn morgen gibt es wieder reichlich Programm.

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