Heute nehmen wir nochmal ein Motortaxi in den nächsten Ort. Der liegt etwa 5 km entfernt, weshalb die Fahrt schlappe 20 min dauert. Einen Ortskern gibt es hier eigentlich nicht, dafür jede Menge Restaurants, Kneipen und Souvenirläden. Nachdem wir uns abseits des Weges – ca. 15 Min. durchs Landesinnere und quer durch irgendwelche Fischerdörfer – eine Pagode angesehen haben, wahrscheinlich die ersten Touristen in den letzten zehn Jahren, geht es Richtung Strand. Wir machen Rast in Lilly’s Bar, schon wieder eine Empfehlung aus unserem Reiseführer, der uns in den letzten 3 Wochen gute Dienste erwiesen hat. Hier gibt es einige Unterkünfte am Strand für Backpacker – wirklich ursprünglich – sowie ein paar Tische für Frühstück und Barbetrieb. Wildromantisch wie Bine meint. Ich bestelle mir einen frischen Ananassaft und Bine eine Kokosnuß.
Während wir hier so sitzen, kommen wir ins Gespräch mit einem jungen Burmesen. Schwarze Haare, mit einigen rostbraunen Strähnchen, kleines Zöpfchen und etwas feminine Gesten, wenn ihr wisst was ich meine. Das er nebenan einen kleinen Massagebetrieb hat, rundet das Bild ab. Der Typ ist echt nett und er bietet uns eine Bootstour an, die ein Freund von ihm durchführt. Diese Touren sind bei den Touristen relativ beliebt. In der Regel werden einige Insel vor der Küste angesteuert, man kann schnorcheln und Mittag essen, es gibt aber Preisunterschiede, heißt man sollte handeln. Sein Preis ist allerdings durchaus vernünftig und bevor sich die Kokosnuß dem Ende zu neigt, werden wir uns einig. Morgen um 08:00 Uhr soll es losgehen für einen halben Tag.
Wir schlendern den Strand entlang, ca. 1 – 2 km in Richtung Norden. Hier liegt die Mehrzahl der anderen Hotels, was uns die Möglichkeit gibt mal einen Blick auf die Resorts zu werfen, welche wir anfangs auf unserer Liste hatten. Um es kurz zu machen, wir haben es hier schon sehr gut getroffen. Der Strand hier ist im Gegensatz zu manch anderen am unteren Ende blitzsauber und nahezu menschenleer. Auch die Anlagen dort sind nicht wirklich schlecht, aber meiner Meinung nach kein Vergleich zu unserer hier.
Bevor wir den Strand Richtung Straße verlassen, nehmen wir noch einen kleinen Lunch in einem Strandimbiss. 4 Tische mit Korbstühlen unter Bambusschirmen, die Füße im Sand. Es gibt Tintenfischsalat und Riesengarnelen in einer Qualität, wie es sie nur hier am Meer gibt. Man merkt schon, dass wir hier am Wasser leben und die Leute, was den Fisch betrifft, aus dem Vollen schöpfen können. Man merkt aber auch, dass der Körper sich auf faulenzen eingestellt hat und wesentliche Teile des Tagesablaufes sich ums Essen und Trinken drehen. Aber frischer Fisch ist allemal besser als Lebkuchenherzen und Dominosteine.
Nachdem wir den Strand verlassen haben, gehen wir noch einige Schritte weiter bis wir das Seafood-Restaurant „Best Friend“ erreichen. Wir haben ja leider gerade gegessen, trotzdem beschließen wir uns zu einem kurzen Besuch. Das hat zwei Gründe. Zum einen ist das Restaurant – was soll ich sagen – eine Empfehlung unseres Reisführers, zum anderen steht ein großes Schild am Eingang darauf steht „Frisch gezapftes Myanmar Beer“. Kühl ist es auch noch. Die Speisekarte liest sich sehr gut und wir bestellen spontan einen Tisch für morgen Abend. Danach 4 Kilometer zurück über die Marterstrecke und ab auf die Liege.
