Team2-On-Tour

Einmal Pearl Island und zurück

06:15 Uhr, für heute müssen wir uns glatt mal wieder einen Wecker stellen. Wir haben den Fahrer von gestern gebeten, uns um 07:30 Uhr am Hotel abzuholen. So haben wir noch etwas Zeit zum Frühstücken. Sein Moped ist nicht im allerbesten Zustand, und um uns nicht völlig zu verstümmeln, fährt er vorsichtig und bremst
vor den Schlaglöchern, wenn er sie nicht umfahren kann. Fazit: Die ganze Tour dauert mehr als eine halbe Stunde. Zudem sind seine englischen Sprachkenntnisse
nicht die besten. Ich habe mich auch mehr auf die vor uns liegenden Schlaglöcher konzentriert – damit ich weiß wann ich mich locker machen muss – und so sind wir prompt zu weit gefahren. Also runter zum Strand und den Weg zurück gehen. Aus 08:00 Uhr wird somit 08:30 Uhr. Der Burmese hat aber auch sein Päckchen zu tragen, denn er hat uns schon für 07:30 Uhr erwartet. Trotzdem ist alles im grünen Bereich, denn wir haben das Boot für uns alleine, so das keiner auf uns warten musste – abgesehen vom Fahrer.

Das Boot ist relativ modern, ein GFK-Korpus mit 5 Sitzen und einer Überdachung, wir starten mit einem Guide, ihm gehört das Boot, und einem Fahrer. Zuerst passieren wir Pearl Island, eine größere Insel, anschließend halten wir zum Schnorcheln. Bine hat keine rechte Lust, also entschließe ich mich alleine ins Wasser zu gehen, den ich merke, dass dies ein wesentlicher Bestandteil des Ausflugs sein soll. Ist aber nicht so der Hit. Das Wasser ist aufgewühlt und die Sicht eher mäßig, es gibt einige farblose Korallen und kleine bunte Fische. Kein Vergleich zu Thailand oder Vietnam. So klettere ich nach 15 Minuten wieder ins Boot. Es geht weiter nach White Sands. Ich komme mir vor wie Jack Sparrow in Fluch der Karibik. White Sands ist eher eine Sandbank, vielleicht 50 mal 20 Meter. Darauf 5 Sonnenschirme mit einfachen
Sitzgarnituren, alles aus Bambus und eine Bambusgastronomie. Wir nehmen eine Ananassaft, als ein russisches Pärchen mit Führer und Boot die Insel erreicht. Das heißt ich nehme aufgrund der Äußerlichkeiten an, dass es sich um ein russisches Pärchen handelt. Er kurze Haare, etwas aufgedunsen, wenn er lächelt sieht man silberne Eckzähne. Sie lange blonde Haare die zu Rasterlocken geflochten sind und ebenso lange künstliche Fingernägel, ein bisschen wie einem Hippiefilm der späten 60er entstiegen. Nach weiteren 5 Minuten steht eine Flasche Whisky und 2 Gläser auf dem Tisch, da ist mir klar, es sind Russen.

Die Chemie zwischen uns und unseren Fahrern stimmt und so entschließen wir uns spontan, aus dem gebuchten Halbtagesausflug einen Ganztagestrip zu machen. Dafür muss unser Seemann aber nochmal nachtanken. Wir verlassen White Sands und schippern ins nahegelegen Fischerdorf um zu shoppen. Zwei eineinhalb Liter-Mineralwasserflaschen mit Sprit, sowie unser Mittagessen. Auch mit verbundenen Augen hätte ich gewusst wohin die Reise geht, den schon von weitem riecht es sehr streng – um es vorsichtig auszudrücken. Am Strand türmen sich Berge von kleinen Fischen, die dort zum Trocknen ausgelegt worden sind. Aus ihnen wird später Fischpaste oder Hühnerfutter gemacht. Den restlichen Fang des Tages verwahren die Fischer in ihren Bambushütten in Wasserbehältern auf. Wir erstehen 6 Riesengarnelen – und wenn ich sage Riesengarnelen, meine ich Riesengarnelen – sowie einen Red Snapper für umgerechnet 5 Euro.

Anschließend fahren wir an der Küste entlang in einen Nebenarm, hier sagen sie Fluss dazu. Es ist total ruhig, außer uns kein Mensch, und alles total grün. Die Wurzeln der Bäume ragen ins Wasser und das Salzwasser scheint ihnen nichts auszumachen. Unterwegs halten wir an einem kleinen Dörfchen und gönnen uns etwas Toddy in Kokosschälchen. Toddy ist der Saft der Toddy-Palme, den man erhält, wenn man die Blätter anschneidet und den auslaufenden Saft auffängt. Dieses Extrakt ist schwer zu beschreiben und am ehesten mit unserem Federweiser zu vergleichen. Leicht süßlich mit einer sauren Note. Das Verhalten über den Tag ist auf jeden Fall identisch. Am Morgen ein süßlicher Saft, am Nachmittag bis zu 40% Alkohol. Prost Mahlzeit.

Gegen Mittag geht es zurück nach White Sands. Die Russen sind immer noch da, aber der Whisky hat sich in Luft aufgelöst, zumindest ist die Flasche leer. Gegen eine kleine Gebühr wird der von uns mitgebrachte Fisch gegrillt, es gibt gebratenen Reis mit Gemüse und Krabben und einige Dips. Mittagsschlaf ist aufgrund der unbequemen Möblierung nicht möglich und in die Sonne möchte ich mich nicht legen, sonst sehe ich noch so aus wie die Russen. Wir lümmeln so gut es geht in den Stühlen rum und nach etwas Pause geht es zurück. Zum Abschluss bedanken wir uns nochmal bei unserem warmen Freund und sind gegen 16:00 Uhr wieder im Hotel.

Am Abend geht’s wie geplant zum Seafood essen ins „Best Friend“. Ein österreichisches Pärchen aus unserem Resort hat sich, nachdem wir am Abend vorher davon
erzählt haben, spontan angeschlossen. Wir nehmen Fisch in den verschiedensten Variationen, reichlich frisch gezapftes Myanmar Beer und verbringen einen netten Abend zusammen.

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