Team2-On-Tour

Im Straußennest

In jedem Urlaub kommt irgendwann der Punkt, wo der Blog etwas aus dem Rhythmus kommt. Dieser Punkt ist leider bereits heute erreicht. Alles begann damit, das unser Vermieter nach unserer Rückkehr quasi bei uns einzog, um mal zu hören, wie denn der Tag so war. Wir hatten ihm bereits gestern erzählt, wie unsere Pläne sind.

Als wir uns verabschieden, ist es bereits 19:30 Uhr und wir wollen noch zum Essen. Hinzu kommt, das wir morgen 420 km vor der Brust haben und bis 13:00 Uhr vor Ort sein müssen. Da wir mittlerweile wissen,  dass 420 km in Südafrika etwas anderes sind, als 420 km in Deutschland, heißt das früh aufstehen. Daher werde ich diesen Tag erst morgen nachmittag in Worte fassen.

Hier nun die ganze Wahrheit:

Heute haben wir einen ganzen Tag um Oudtshoorn und Umgebung zu erkunden. Hier ist das Zentrum der Straußenzucht in Südafrika und das schon seit mehr als 100 Jahren. Der ursprüngliche Beweggrund waren die Federn, die in alle Herren Länder exportiert wurden für Hüte, Boas und andere Accessoires. In den Hochzeiten wurde ein Kilo Federn mit 1 Kilo Gold aufgewogen. Der damalige Reichtum ist heute noch in den alten Gebäuden erkennbar, welche die reichen „Straußen-Barone“ sich haben bauen lassen.

Dieser Boom ließ schlagartig nach mit der Erfindung des Automobils, da die reichen Damen mit Ihren schmucken Hüten in den fahrenden, offenen Autos
nicht wirklich vorteilhaft aussahen. Heute werden auf den verschiedenen Farmen in der Umgebung pro Jahr 2 Mio. Strauße „erzeugt“ und zu Geld gemacht. Die
Umsatzträger sind Federn (15%), Fleisch (35%) und Leder (50%). Auf unserer Tour durch die Berge machen wir kurz bei einer Farm halt, um uns das anzuschauen.
Das vermittelte Wissen ist sehr informativ, der touristische Teil von Strauß füttern bis Nacken massieren lassen, ist nicht so mein Ding.

Das eigentliche Event aber ist eine Tour über den Swartberg-Pass. Hier in Oudtshoorn wird die Kleine Karoo von der Großen Karoo durch eine Gebirgskette getrennt – die Schwarzen Berge. Händler und Siedler von der anderen Seite haben sich vor 130 Jahren einen Weg über diese Gebirgskette bauen lassen, um den Weg an die Küste zu verkürzen, wo sie ihre Ware verschifft haben.

Der Pass ist heute noch im gleichen Zustand wie damals. 27 km Schotterpiste, steil, schmal, kurvig und mit fantastischen Ausblicken. Auf der anderen Seite liegt Prince Albert, ein kleines, beschauliches Dörfchen in der Wüste. Man kann die Tour alleine machen, aber die Empfehlungen in den Reiseführern variieren zwischen „extrem riskant“ bis „mit einem Mietwagen nicht zu empfehlen“. Rückblickend muss ich sagen: Durchaus machbar und ich würde es nur mit einem Mietwagen machen und nicht mit dem eigenen Fahrzeug. Die geführte Tour hat den Vorteil, dass wir uns beide voll und ganz auf die Landschaft konzentrieren können und das David unser Guide
jede  Menge Informationen zu Land und Leuten beisteuert. Wir bestimmen das Tempo und die Fotostopps und pünktlich zum Mittagessen sind wir in Prince Albert. Im altehrwürdigen Swartberg Hotel gibt es einen Burger mit Kudufleisch. Ich glaube Burger sind das südafrikanische Pendant zur deutschen Currywurst. Sie finden sich in den unterschiedlichsten Varianten auf jeder Speisekarte. Nach dem Mittagessen gehen wir noch etwas die Straße hinunter, um einige der netten alten Häuschen zu fotografieren, bevor es auf den Heimweg geht.

Nun zeigt sich ein weiterer Vorteil der geführten Tour. Während  David uns durch die Landschaft nach Hause kutschiert, machen wir auf der Rückbank einen kleinen Schlummi. Wir stoppen nochmal an einem Wasserfall, der normalerweise riesige Mengen Wasser transportiert, momentan aber eher ein Wasserfällchen ist. Die Location ist idyllisch gelegen und dient den Einheimischen am heutigen Sonntag als Ausflugsziel.

Gegen 17:00  Uhr sind wir wieder in unserer Unterkunft, machen uns kurz frisch und brechen nochmal auf, um den Wagen vollzutanken und einige Besorgungen zu machen. Wieder zurück machen wir es uns auf der Terrasse bequem und nehmen einen, der in dieser Woche gekauften Weine zu uns. Unter uns im Garten sitzt unser Vermieter mit seinen Gästen im Pool und lässt es sich ebenfalls gut gehen. Irgendwann sind seine Gäste fort und er lässt es sich nicht nehmen, nochmal bei  uns vorbei zu schauen. Wir haben ihm gestern von unserer geplanten Tour berichtet und er möchte  mal wissen, wie es so gelaufen ist. Wir bieten ihm einen Platz und etwas von unserem Wein an, kommen von Höckschen auf Stöckschen, und irgendwann ist es 20:00 Uhr. Wir haben noch nichts gegessen, ich möchte noch bloggen und packen wollen wir eigentlich auch noch, da morgen um 05:30 Uhr die Nacht vorbei ist. Also streichen wir das Bloggen und das Packen und gehen ins Black Swan, um den Abend nett ausklingen zu lassen. Morgen werden wird Oudtshoorn verlassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert