Team2-On-Tour

Mahé – der Süden

Die erste Nacht in der neuen Unterkunnft  und ich habe geschlafen wie ein Baby. Die Matrazen haben zwar nicht die Qualität wie im Domaine, sind aber um Längen besser als in unser ersten Unterkunft. Ich muß mal nachlesen, aber ich  glaube, als ich vor 9 Jahren angefangen habe Blog zu schreiben, habe ich solche Themen nicht diskutiert. Auch daran merkt man, dass man älter wird.

Das erste Highlight des Tages: Selbstgemachtes Frühstück auf der gigantischen Terrasse mit Blick über den indischen Ozean – hört sich irgendwie cool an. Ist es aber auch. Aus dem Starterpaket was wir hier vorfinden gibt es Tee, Toastbrot und Marmelade, wir haben gestern noch frische Eier und Kerrygold Cheddar besorgt.
Für heute haben wir uns den Süden der Insel vorgenommen. Die Straße führt häufig am Strand vorbei, so dass man quasi aus dem Autofenster heraus entscheiden kann, ob man mal eben anhält. An der ein oder anderen Stelle findet sich auch ein kleinne Ansammlung von Hyundais, da weiß man dann sofort, hier scheint ein lohnenswerter Stop zu sein. Bei den großen Stränden, z.B. Grand Anse heißt direkt der ganze Ort so. Bei den kleinen Stränden ist es manchmal schwierig.

Was sie hier auf den Seychellen nur sehr dosiert einsetzen sind Verkehrsschilder, von daher ist  hier die ganze Bine gefragt, denn der ganze Matthes muß sich immer noch sehr auf den Straßenverkehr konzentrieren. An dieser Stelle ein kleiner Exkurs: Die Straßen sind hier nicht übermäßig breit, aber was die Sache so knifflig macht ist die Tatsache, dass da wo seitlich der Asphalt endet, die Straße häufig 30 – 40 cm steil abfällt, Meistens findet sich dort dann ein Entwässerungsgraben. Die wenigen Male wo ich mit der besten Ehefrau von allen aneinander gerate ist der Moment, wo Bine – sie sitzt halt näher am Rand – die zwei linken Räder bereits im Graben sieht. Die Seychellois tun ihr übrigens. Gut, was will man erwarten bei 15 – 20 km Fahrpraxis in der Woche. Eine Schrauberszene gibt es  hier offensichtlich auch, aber die erkennt man schnell an ihren metallicblauen oder schwarzen Autos bei denen alle Scheiben abgedunkelt. Das was dem Auto an PS fehlt, macht die Anlage locker wett. Reaggaemusik mit wummernden Bässen, schon von weitem zu hören. Das Klischee gibt es also auch hier.

Gegen Mittag haben wir uns bis zum Chez Batista an der Anse Takamaka vorgearbeitet. Das Restaurant haben wir bei „Wunderschön – Seychellen“ gesehen. Direkt am Strand gelegen ist es bekannt für sein kreolisches Buffet, welches hier Sonntags stattfindet. Wir gönnen uns ein Bier und einen Oktopus-Salat (Bine). Ich freue mich über gewöhnliche Pommes mit Mayo und Ketchup. Die Pommes heißen hier Chips und haben hier eine ähnlich gute Qualität wie bei uns. Rot-weiß ist hier offensichtlich nicht so bekannt, auf Nachfrage bekommen sie aber auch das hin.

Danach geht es zur Anse Intendance direkt um die Ecke, angeblich einem der schönsten Strände auf der Insel – was wir bestätigen können. Leider ist das Wasser von Felsen durchsetzt und die Brandung ist echt nicht ohne, weshalb es für uns mehr ein Sonnen- als ein Badestrand bleibt. Diese Gurkerei von Strand zu Strand nimmt echt Zeit in Anspruch und mittlerweile haben wir unseren Plan, die Südspitze komplett zu umrunden und  über die Hauptstadt Victoria zurück zu fahren, begraben. Wir stoppen nochmal an der Anse Royal, um uns zu erfrischen und von hier aus soll es laut Karte auch ein Querverbindung zurück durchs Landesinnere geben, der uns einiges an Zeit sparen würde.

Zunächst der Strand. Es ist gerade Flut und der Strand ist ungefähr noch 3m breit. Trocken sitzt man eigentlich nur auf den Wurzeln der Palmen, die das Ufer säumen. Die meisten Flächen sind allerdings schon belegt mit Mengen von Seychellois und Indern, die hier mit der gesamten Familie planschen – es ist Samstagnachmittag. Dafür ist das Wasser hier ruhig und der Boden fällt steil ab.

Nachdem wir uns erfrischt haben, treten wir den Rückweg an und finden auch einen kleinen Abzweig, der einigermaßen wie eine Straße aussieht. Wir biegen ab als nach  ca. 50 m ein Einheimischer am Straßenrand steht und wild gestikuliert. Da wir höflich sind halten wir an und fragen nach seinem Problem. Das nun folgende Gespräch fordert den ganzen Touri, denn die Leute sprechen hier Englisch, Französisch und Kreolisch – oder von jedem ein bißchen.
Im Kern geht es darum, dass dieses nicht die ideale Strecke ist, um über den Berg zu kommen und Touristen hat er auf diesem Weg schon lange nicht mehr gesehen. Nachdem die Erklärung der besseren Variante an seinem mäßigen Englisch scheitert und hinter uns bereits wartende Autos hupen, gibt er zu, dass es prinzipiell möglich ist, wenn man der Hauptrichtung folgt – was anderes hätte ich sowieso nicht gemacht. Und überhaupt könnten wir ihn vielleicht ein Stück den Berg mit hinauf nehmen, er wohnt dort oben. Gesagt, getan. Ich glaube, heute ist sein Glückstag. Der arme Kerl hätte sich für diese Strecke mindestens noch eine halbe Stunde den Berg hinauf quälen müssen. Als er unseren kleinen Hyundai verlässt, begleiten uns seine guten Wünsche für den Rest der Reise. Ich möchte es mal so ausdrücken: Prinzipiell war es einfach zu finden, aber es war schon etwas abenteuerlich. Die Abkürzung hat sich allerdings gelohnt und nachdem wir wieder auf aspahltierter Straße sind, geht es relativ fix. Wir stoppen noch an einem Supermarkt, um die ein oder anderen Bestände aufzufüllen und dann geht es zurück zur Unterkunft.

Zum Abend gibt es nochmal einen frischen  Salat mit etwas Thunfisch wobei Bine bei der Herstellung des Dressing schier verzweifelt. Neben der Mayonaise von gestern, die eher bescheiden schmeckt, haben wir mittlerweile Senf, Ginger-Garlic Paste und eine weitere Variante Mayonaise erstanden – die übrigens noch schlimmer schmeckt. Alles schmeckt hier irgendwie anders, selbst der Naturjoghurt ist hier noch gesüßt. Irgendwie schafft sie es am Ende aber doch ein befriedigendes Ergebnis auf den Tisch zu bringen, welches wir dann mit Appetit vertilgen.

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