Es ist unser letzter ganzer Tag in Franschoek, den wir entsprechend gestalten wollen. Ich habe gestern noch lange am Blog geschrieben und bin heute morgen etwas müde. Dass ist das Los des Schreiberlings im Moment des Tuns, auch wenn man sich spätestens zu Hause freut, über die konservierten Erinnerungen.
Da die ersten beiden Tage ja bekanntlich ohne Bilder auskommmen mussten (ich pflege sie nach) möchte ich an dieser Stelle ein paar Fotos von unserer traumhaften Unterkunft in Franschoek posten. Wir haben das ganze zwar mit Sinn und Verstand geplant, aber das es so gut werden würde, war auch etwas Glückssache. Das Anwesen mit 11 Wohneinheiten ist in zweiter Reihe zur Hauptstraße gelegen. Das heißt absolut ruhig und in 5 Min. zu den wesentlichen Punkten im Ort
Ein großer Garten mit Pool lädt zum Faulenzen ein und das Frühstück wird quasi im Freien eingenommen






Für heute steht Paarl auf unserer Liste, mit einigen Stops auf der Route. Bereits der Reiseführer lässt nichts Gutes vermuten. Paarl ist zwar durch zahlreiche Industriebetriebe zu einigem Reichtum gekommen, aber an den Charme von Franschoek oder Stellenbosch, kommt es bei weitem nicht heran. Dies finden wir beim Besuch des Ortes weitestgehend bestätigt. Und offensichtlich ist auch der europäische Einschlag, den die meisten Touristen vermutlich so lieben, gar nicht vorhanden, Es gibt genau eine Hauptverkehrsader durch die Stadt und an dieser tummeln sich alle Geschäfte. Im wesentlichen Wollworth und andere niedrigpreisige Läden. Die Bevölkerung besteht fast ausschließlich aus Farbigen. Wilkommen in der Wirklichkeit.

Nach einer kurzen Stipvisite treten wir den Heimweg an und stoßen quasi mehr oder weniger zufällig auf die KWV-Brennerei. Bine hat bei den Urlaubsvorbereitungen einen von deren Brandy entdeckt, aber unsere Suche hier vor Ort mit Hilfe des Fotos hat uns bisher nicht weitergeführt. Hier in der Brennerei bieten sie Brandy-Tasting mit Schokolade an, und da es bereits nach 12:00 Uhr ist, beschließen wir uns ein solches Tasting zu genehmigen. Zuerst lernen wir, dass das, was im Internet kursiert, noch das alte Label ist – d.h. in Europa wird das alte Zeug abverkauft. Danach probieren wir 4verschiedene Brandy (5, 10, 15, 20 Jahre alt) mit passenden Schikoladen. Ich steh ja auf sowas, auch wenn ich leider noch fahren muß.
Wir erstehen 2 Flaschen 10 Jahre alten Brandy – einen für den Urlaub, einen für zu Hause – zu einen guten Preis. Morgen ist der 01.03. und große Schilder im Verkaufsraum weißen darauf hin, dass dann die Preise erhöht werden. Glück gehabt!
Auf dem Rückweg nach Franschoek machen wir zunächst Halt bei Babylonstoren, einem jungen Weingut, welches in den letzen Jahren auf sich aufmerksam gemacht hat. Tolle Architektur und tolles Ambiente, aber der Wein ist nicht so unser Ding. Generell bin ich der Meinung, dass es hier sehr interessante bis kreative Kreationen gibt und mittlerweile hat man auch einfache Wege gefunden, diese Tropfen den Kunden in Europa relativ einfach bis vor die Haustür zu liefern. Bis sie aber bei uns sind, haben sie in den meisten Fällen Preisregionen erreicht in denen sie aus meiner Sicht im direkten Vergleich mit Italiener, Franzosen oder Deutschen selten gewinnen. Also am besten hier vor Ort trinken.

Wir fahren weiter Richtung Franschoek und stoppen ein letztes Mal, diesmal bei Rickety Bridge. Deren Weine hatten wir in den letzten 2 Tagen bereits mmehrfach im Glas und sie haben uns überzeugt. Das Weingut ist voll mit Touristen, aber trotzdem schaffen wir ein Weißwein-Tasting in angenehmem Ambiente. Von den besten Tropfen nehmen wir ein paar Flaschen mit auf den Weg für die nächsten Wochen.

Letzte Amtshandlung für heute ist der Besuch im Foliage, einem von diesen Feinschmeckertempeln, in dem wir bereits von Deutschland aus reserviert haben. Gestern im Le Colombier war alles ein wenig steif und man hat sich alle Mühe gegeben, uns das Gefühl eines Sterne-Restaurants zu geben – incl. Preis. Hier im Foliage ist das komplett anders. Wir sitzen vor einer Bruchsteinwand direkt an der Theke zur offenen Küche und dahinter kochen die jungen Wilden. Keiner über 30, alle bis unter die Arme tätowiert mit Rasta-Zöpfen oder Base Cap. Aber was dort über den Tresen geht, habe ich so noch nicht gegessen. Ich würde es mal als Guerilla-Küche bezeichnen. Hier werden Aromen und Geschmacksrichtungen kombiniert, von denen man nicht geglaubt hätte, das das funktioniert. Das Tüpfelchen auf dem i ist dann der passende Wein dazu, der in der Kombination seinen Geschmack komplett verändert und das Gesamtergebnis abrundet. Ganz großes Kino!






Ich glaube, ich habe schon gestern geschrieben, dass ich satt im Bett liege. Dem ist nichts hinzu zu fügen.
