Voll ausgeruht starten wir gegen 07:30 Uhr zum Frühstück. Das Bild ist in den meisten Hotels das Gleiche. Es wird internationales Frühstück angeboten mit einem Schwerpunkt auf asiatischen Speisen. Manchmal gibt es etwas Käse und Wurst woher auch immer, aber meistens reduziert sich das Frühstück auf Omelett, Rühr- oder Spiegelei, Toast mit Marmelade sowie Croissants und Muffins die aber selten die Qualtität unserer Varianten erreichen. Gut man darf auch nicht vergessen, wo man hier ist. Dazu frisches Obst wie Wasser- und Honigmelone, Ananas und Papaya in unterschiedlichen Qualitäten.
Wir stärken uns also für den Tag, bevor unser Tal uns gegen 09:00 Uhr abholt. Ziel sind die Tempel von Bagan, die wir in den nächsten 3 Tagen erkunden wollen. Vorab ein paar Worte zu Bagan: Lt. Reiseführer eines der Highlights einer jeden Myanmarreise. Ab 1047 wurde hier das erste birmanische Reich gegründet. Mit der Etablierung des Buddhismus als Volksreligion entstand ein atemberaubender Bauboom religiöser Stätten, der in den nächsten 250 Jahren zu mehr als 4.000 Tempeln führte. Heute sind 2.230 Stück gelistet, der Rest fiel dem geänderten Lauf des Ayeyarwady, Erdbeben und dem Zahn der Zeit zum Opfer. Also Bagan, Mandalay, Ava, Yangon. Wir lernen: Der Burmese ändert gerne mal seine Hauptstadt. Da sind wir ja mit Bonn und Berlin auf einem guten Weg.
Am Vormittag besuchen wir 4 Tempel, namentlich die Shwezigon, welche eine der schönsten und am besten erhaltenen ist, den Gubyaukgyi, Htilominlo, sowie den Ananda. Alle Tempel sind begehbar und enthalten Buddhastatuen, sowie teilweise uralte Wandmalereien. Wenn man diese teilweise hoch entwickelten Techniken sieht, fragt man sich, an welcher Stelle die Leute hier den Anschluss an die westliche Welt verloren haben.
Danach geht es zum Mittagessen ins Tharabar 3. Zentrum des alten Bagan ist das Tharabar-Tor, von dem noch Reste erhalten sind und welches ein Teil der früheren Stadtmauer war. Um dieses Tor haben sich mehrere Lokalitäten angesiedelt, welche sich sinnigerweise Tharabar 1, 2 und 3 nennen. Tharabar 3 ist eine Empfehlung aus dem Reiseführer und wir wollten es bereits gestern Abend schon ausprobieren, mussten aber feststellen, dass es nur mittags geöffnet hat. Daher haben wir Nr. 2 ausprobiert.
Das Tharabar 3 ist das, was man in Bangkok eine Straßenküche nennen würde. Kleine Monoblock-Hocker an Metalltischen unter einem großen, alten Baum. Der Hinweis: „Das Lokal ist unter einem großen Nienbaum gelegen“ ist hier in Myanmar definitiv kein Alleinstellungsmerkmal. Der Boden ist staubig und die Küche auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen. Mehrere Wok ähnliche Gefäße auf offener Flamme in denen verschiedene Currys brutzeln und Hähnchenteile frittiert werden. Der Laden brummt, denn es ist offensichtlich Mittagszeit. Überwiegend Einheimische, die einen kleinen oder großen Snack zu sich nehmen. Wir entscheiden uns für Schweine-Curry und gebratenes Hähnchen, da wir mittlerweile wissen, dass es ungefragt noch etliche Dinge dazu gibt. Was die Leute aus der Küche hauen ist genial – meiner Meinung nach mit das Beste was wir bisher in Myanmar bekommen haben, und das Günstigste auch noch. Wir laden unseren Guide und Fahrer mit ein und ich zahle incl. Getränke umgerechnet 8,– Euro!
Nach dem Mittagessen haben wir Freizeit bis um 16:00 Uhr, die wir am Pool verbringen. Am Nachmittag besuchen wir eine Werkstatt für Lackarbeiten. Wie schon bei den Webereien, Silberschmieden und Holzschnitzereien vorher, kann man nur staunen über die Perfektion und Fingerfertigkeit der Künstler. Viele der birmanischen Handwerke sind meist deshalb zur Kunst geworden, weil sie sich auf der Suche nach Perfektion im buddhistischen Alltag einer langen Tradition erfreuen. (Zitat Loose). Die Produkte dienten in erster Linie der Verschönerung der Tempel. In der Werkstatt werden Bambusstäbe in feinste Streifen geschnitten und dann zu – vorzugsweise runden – Skulpturen, Gefäßen oder Behältnissen verarbeitet. Danach werden über mehrere Wochen bis zu 24 Lackschichten aufgebracht, um die verschiedenen Farben und Goldeinlagen zu erzeugen. Solchen Werkstätten ist in der Regel immer ein Showroom angeschlossen, doch hat das Ganze keinen Kaffeefahrtcharakter. Man bekommt viel eher ein Gefühl dafür, welcher Aufwand für solche Produkte betrieben wird. Ich könnte hier schon das Ein oder Andere mitnehmen.
Am Nachmittag besuchen wir dann die Shwemandaw-Pagode, wo sich sehr schön der Sonnenuntergang über dem Ayearwady beobachten lässt. Die umliegenden Pagoden, die für uns ohne jegliches System in den grünen Wiesen liegen, werden von der untergehenden Sonne angeleuchtet. Da lacht das Herz des Fotografen!
