Erwartungsgemäß sind wir ziemlich schnell in einen komatösen Schlaf gefallen, aus dem uns um 04:45 Uhr der Wecker weckte. Eine Stunde bis das Taxi kommt, und uns zum Flughafen bringt. Wir sind pünktlich da und sogar der Web Check-in funktioniert. Hierzu muss man wissen, dass die Air Asia, die uns nach Myanmar bringt, so etwas wie die asiatische Ryanair ist. Hat man sich aufgrund der niedrigen Preise im Internet zu einer Buchung entschlossen, werden diese mit jedem Maus-Click teurer. Alles kostet extra, Übergepäck, Verpflegung, Sitzplatzgarantie und eben auch das persönliche Einchecken am Schalter schlägt mit 10 Euro zu Buche. Einchecken via Internet war aber in der Hektik der letzten Stunde untergegangen. Dafür hatte man aber im Flughafen einige Automaten aufgestellt, die das übernehmen.
Beim Landeanflug auf Yangon wird schnell der erste Unterschied zu Thailand deutlich: Das Land um Yangon ist anders als in Bangkok unglaublich Grün aufgrund der vielen Reisfelder und natürlich nicht so dicht besiedelt. Der Flughafen ist überschaubar, die Einreiseprozedur aber ähnlich langwierig wie in Bangkok. Da wird alles ganz
genau studiert. Am Flughafen wartet bereits unser Guide Arron mit dem Fahrer Shu. Aber auch die General Manager(in) des Reiseveranstalters hat sich
eingefunden, was bei mir sofort eine Frage aufwirft: Sind wir wichtig – vielleicht die einzigen Kunden? Haben wir alles richtig gemacht? Quatsch, der Burmese ist von Natur aus freundlich und Frau Managerin ist nur zufällig gerade auf dem Weg nach Bangkok, um einen Koffer voll Geld abzuholen.
Egal, Arron ist ein Sympath und die Chemie stimmt auf Anhieb. Sein Englisch ist ziemlich gut und selbst sein Fahrer versteht es, man erkennt es daran, dass er teilweise vor dem Guide lacht wenn wir einen Witz machen. Das lässt hoffen. Shu geht um den Wagen zu holen, während wir mit Arron warten. Die an uns vorbeifahrenden Fahrzeuge sehen zum größten Teil nicht sehr vertrauenserweckend aus, aber unser Auto für die nächsten 3 Tage ist ein alter Toyota, super gepflegt und erinnert wenn man drin sitzt ein bisschen an eine Sänfte. Auf gefühlte 10° C runter gekühlt schaukeln wir so durch die morgendliche Rush Hour von Yangon Richtung Hotel.
In Mynamar gilt Rechtsverkehr, wobei die Autos in der Regel gebraucht sind und aus anderen asiatischen Ländern stammen, in denen Linksverkehr herrscht, d.h. das Lenkrad ist auf der rechten Seite. Man fährt also quasi immer am Bordstein entlang, was Überholvorgängen hinter großen Bussen eine gewisse Spannung verleiht. Unser Guide hatte alle Hände voll zu tun um für unseren Fahrer den entgegenkommenden Verkehr zu checken.
Auf dem Weg zum Hotel bekommen wir schon einen ersten Eindruck von der Stadt, nicht zu vergleichen mit Bangkok oder Hanoi, aber eine Großstadt eben. Es gibt viel alte Bauten aus der Zeit als das britische Empire hier noch Kolonialherr war. Die meisten davon sind allerdings in einem ziemlich erbärmlichen Zustand. Unser Hotel, das Kandawgyi Palace Hotel ist komplett aus Teak gebaut und liegt am gleichnamigen See. Ist ein bisschen vergleichbar mit dem Hoa Kin See in Hanoi, wo die Leute flanieren und morgens ihre sportlichen Übungen veranstalten.
Nach einem kurzen Check In geht es weiter zu einer Stadtrundfahrt. Vorbei an Chinatown und dem indischen Viertel zur Sule Pagode im Stadtzentrum. Nachdem wir Geld getauscht haben, gibt es ein typisch burmesische Mittagesssen. Dabei fällt auf, dass Myanmar – im Vergleich zu anderen asisatischen Ländern teurer ist, besonders das lokale Myanmar Beer erreicht fast westliche Preise, ist aber auch sehr gut. Ich denke wir sollten noch etwas mehr umtauschen. In Myanmar gibt es kein öffentliches Bankensytem, keinerlei Geldautomaten und Kreditkarten werden nicht akzeptiert, d.h. alles was man an Geld benötigt, muss man bar mit ins Land bringen. Hinzu kommt, dass der Burmese etwas pingelig und abergläubisch ist, was die Qualität der Scheine betrifft. Sie müssen quasi flatschneu sein und bestimmte Seriennummern werden nicht akzeptiert. Eine unserer größten Herausforderungen im Vorfeld der Planungen. Wir hatten Zuhause bereits Dollar getauscht, aber die Qualität stimmte erst beim zweiten Anlauf.
Am späten Nachmittag besuchen wir die unglaubliche Shwedagon Pagode. Sie ist eines der drei großen Heiligtümer in Myanmar und daher das Ziel unzähliger
Touristen und Pilger. Wir haben uns ein wenig Hintergrundwissen angehört und sind bis zum Sonnenuntergang geblieben. Natürlich um Fotos zu machen.
Da wir aber am Ende unserer Reise nochmal 1 Tag in Yangon verbringen, werden wir dieses Highlight nochmal auf eigene Faust besuchen. Vielleicht morgens, oder
abends, oder morgens und abends. Das wollten wir dann unserem Guide dann doch nicht antun. Zum Abschluss des Tages haben wir dann einen ausgezeichneten
Thailänder besucht, bevor es dann – mal wieder – todmüde ins Hotel geht.
