Heute geht es die Amalfiküste entlang: Positano, Amalfi, Ravello – das sind die Orte auf unserer heutigen Liste, falls alles so klappt, wie wir uns das vorstellen. Es gab vor einigen Wochen ein Video im Netz über Touristenmassen, die sich durch Positano zwängen, und wir haben dies zum Anlass genommen, mal mit der KI über dieses Thema zu diskutieren. Herausgekommen ist, dass gestern in Neapel die MSC World Europa und in Salerno, am anderen Ende der Amalfiküste, die Norwegian Epic angelegt haben. Beide kommen zusammen auf ca. 12.000 Passagiere, von denen heute ein nicht unerheblicher Teil die Orte an der Amalfiküste fluten wird. Wir haben daher gestern schon gepackt, sind heute Morgen früh aufgestanden und machen uns um 08:30 Uhr auf den Weg nach Positano. Gegen 09:15 Uhr sind wir vor Ort, und es ist schon reichlich Verkehr auf der Straße. Wir finden einen Parkplatz – der Cinquecento hat sich in dieser Hinsicht schon mehrfach als sehr gute Wahl herausgestellt – und nehmen im Hotel gegenüber erst mal zwei Cappuccini, da wir mal wieder ein Münzproblem haben. Danach geht es zu Fuß weiter in den Ort, der bereits jetzt schon voll, aber noch nicht überlaufen ist.





Positano ist in den Hang gebaut, war früher mal ein kleines Fischerdorf und hat, optisch betrachtet, extrem viel Charme. Es gibt jede Menge kleine Gassen mit vielen Geschäften, wobei die Auslagen mittlerweile sehr stark auf das touristische Publikum abgestimmt sind. Limoneneis, Keramik mit Limonen, Kleidung mit Limonen und dazu jede Menge hochwertiges Zeug. Neben meiner Eigenschaft als Content Creator (Blogschreiber) bin ich ja auch noch Hobby-Poet, und als dieser habe ich mal den Begriff „der Zauber des ersten Augenblicks“ geprägt. Bei Sade heißt das „Never as good as the first time“. Manche Dinge sollte man nicht wiederholen, sondern sie so in Erinnerung behalten, wie sie waren, als man sie das erste Mal gesehen oder erlebt hat. Es wird nicht besser. Gegen 11:00 Uhr wird es hier brechend voll, und wir beschließen langsam, den Rückzug anzutreten. Für mich hat Positano mittlerweile seinen Reiz verloren.
Wir fahren weiter Richtung Amalfi die schmale Küstenstraße entlang. Die Ausblicke aufs Wasser, zumindest für den Beifahrer, sind gigantisch, der Fahrer sollte sich allerdings besser auf den Verkehr konzentrieren. Ich verstehe sowieso nicht, wieso hier Busse langfahren dürfen. An der ein oder anderen Haltebucht stehen fliegende Händler mit allem möglichen Zeug, was irgendwie mit Limonen zu tun hat. Mann kann sich dort – vermutlich gegen Geld – ablichten lassen. Ich habe noch Fotos mit einer alten App, mittlerweile sind die moderner.


Nach ungefähr einer Stunde erreichen wir Amalfi und kommen schon vor den Toren der Stadt zum Stehen: Stop-and-go bis zum Zentrum, Parkplätze Fehlanzeige, der Ort ist restlos überfüllt. Wir entscheiden uns daher, Amalfi sausen zu lassen – fand ich beim letzten Mal schon nicht so gut im Vergleich zu Positano – und direkt weiterzufahren nach Ravello. Der Ort liegt ca. 5 Kilometer von Amalfi entfernt; davon geht es circa 3 Kilometer nach oben in die Berge, und es gibt dort einige italienische Villen mit großen Gärten. Die Villa Rufolo war schon Drehort für die Sissi-Filme; die Aussicht von hier oben ist phänomenal. Der Plan ist eigentlich, eine der Villen zu besichtigen, aber die Schlangen vor den Kassen schrecken uns doch ab. Wir entschließen uns für einen kleinen Mittagssnack auf der Piazza und schauen später nochmal vorbei. Das mit den Schlangen hat sich nicht verbessert, also erkunden wir noch etwas den Ort und machen uns auf den Rückweg zum Auto. Ich stehe im eingeschränkten Halteverbot. Das hätte ich mit einer Parkscheibe auch für 20 Minuten tun können, aber zum einen habe ich keine Parkscheibe, und zum anderen haben wir die 20 Minuten mal locker gerissen. Zur Belohnung haben wir ein kleines Zettelchen hinter der Windschutzscheibe im Wert von 33,40 €. Das musste ja irgendwann mal kommen. Wir müssen später mal schauen, dass wir das in diesem Urlaub noch irgendwie überweisen, sonst wird’s nochmal teurer. Es geht auf 15:00 Uhr zu, und wir beschließen, uns auf den Weg in unsere neue Unterkunft zu machen. Diese liegt vor den Toren von Salerno, am Ende der Amalfiküste, oben in den Bergen, und was wir bisher an Fotos gesehen haben, wird’s ein Kracher. Zusätzlich zur Unterkunft habe ich noch einen Parkplatz für unser Gefährt gebucht. Sowohl mit dem Vermieter als auch mit dem Parkplatzwächter hatte ich im Laufe des Vormittags bereits reichlich WhatsApp-Verkehr bezüglich Ankunftszeit, Gastronomietipps und Wegbeschreibungen. Der Ort ist wirklich urig. Es führt nur eine Straße hindurch, die breit genug für ein Auto ist, sodass sich am Anfang und am Ende eine Ampel befindet, die den Verkehr regelt. Ich halte vor unserem Apartment, lade meine Frau und das Gepäck aus und fahre weiter zur Garage. Anschließend mache ich mich auf den Rückweg.
Das Haus beinhaltet drei Zimmer, alle mit Balkon und Blick auf den Golf von Salerno. Vor unseren Füßen liegt Vietri sul Mare und dahinter Salerno; ansonsten Wasser, soweit das Auge reicht.

Es gibt eine Gemeinschaftsküche, in der jeder einen Platz im Kühlschrank für seine Lebensmittel hat, sodass man sich selbst versorgen kann. Die Vermieter sind vor Ort, sind total nett, erklären alles und geben mir darüber hinaus auch Hilfestellung, wie ich mein Ticket innerhalb der nächsten Tage einlösen kann, ohne dass noch weitere Kosten entstehen. Wir checken ein, packen aus und machen uns auf den Weg durch den Ort. Das Angebot ist überschaubar, aber es gibt eine Fleischerei, einen kleinen Supermarkt, wo wir Käse, Salami, Panini, Oliven und getrocknete Tomaten für den Abend auf der Terrasse erstehen, und es gibt eine kleine Bar etwas weiter unterhalb, wo wir einen Aperitivo nehmen:


Peroni-Bier 2 €, Aperol Spritz 5 €. Echte Friedenspreise. Den Rest des Abends verbringen wir auf der Terrasse, wir köpfen unseren Mionetto und machen uns über die Antipasti her. So geht Urlaub.
