Team2-On-Tour

Sorrento – Sorento

Gestern Morgen, nach einem neuerlich ausgiebigen Frühstück in der Pasticceria De Vivo, verlassen wir unser Quartier und machen uns auf den Weg nach Sorrent. Direkt neben unserer Unterkunft liegt ein kleiner Vergnügungspark, wo am heutigen Sonntag der Bär tobt. Familien mit ihren Kindern stehen an den Kassen oder bereits an den Fahrgeschäften. Meine Lieblingsattraktion ist der Autoscooter; hier werden bereits die Kleinsten für den neapolitanischen Straßenverkehr sozialisiert.

Sorrent liegt circa 30 Kilometer weiter südlich von hier, und die Fahrt am heutigen Sonntag ist vergleichsweise angenehm und ruhig. Wir sind gegen 14:00 Uhr in unserer neuen Unterkunft. Diese haben wir über Airbnb gebucht, sie liegt in einem größeren Wohnkomplex circa 500 Meter vom touristischen Epizentrum entfernt, genau das Richtige für die nächsten zwei Tage. Der Rest des Tages verläuft eigentlich wie immer an solchen Reisetagen: ankommen, einchecken, auspacken und eine erste Erkundungstour durch die Stadt vornehmen. Wikipedia schreibt dazu: „Seit Jahrhunderten ist Sorrent Ziel nordeuropäischer Italiensehnsucht“ Von hier aus ist man schnell an der Amalfiküste oder nach Capri und generell hat die Stadt mit Ihren alten Gebäuden und Palazzi ihren besonderen Charme. Entsprechend viel is hier los. Sorrent und die Amalfiküste  sind bekannt für ihre großen Zitronen (ital. limoni) und als typisches Produkt aus diesen Früchten der Zitronenlikör Limoncello. Nimmt man dazu noch die zahlreichen Keramikateliers, die hier teils hochwertiges Geschirr, Tische oder Kacheln produzieren, hat man bereits einen Großteil der Produkte, die hier an den Touristen gebracht werden. Beim Schlendern durch die engen Altstadtgässchen wird’s einem ganz schnell zitronig.

Für heute – Montag – gab es bereits im Vorfeld einen Plan. Vormittags nach Gragnano, das ist das Zentrum der Pastaherstellung, und nachmittags auf die Halbinsel von Sorrent. Wir haben das dann korrigiert, weil zum einen der Plan mal wieder relativ vollgepackt war und man sich trotz der relativ kurzen Entfernung einige Zeit durch den Verkehr quält. Zum anderen ist heute Sonntag ist und fast alle Pastafabriken in der Gegend haben geschlossen – super Plan. Mal schauen, ob wir das an einem der anderen Tage noch unterbringen können. So konzentrieren wir uns auf die Halbinsel von Sorrent, das heißt Natur. Die Halbinsel teilt das Mittelmeer in den Golf von Neapel auf der einen und den Golf von Salerno auf der anderen Seite.

Fährt man bis runter in die Spitze, kann man quasi nach Capri spucken. Es gibt jede Menge kleine Örtchen, die sich für eine Besichtigung lohnen, und wir starten in Sant’Agata sui Due Golfi. Hier kann man quasi an der richtigen Stelle sowohl nach rechts als auch nach links das Meer sehen. Zeit für eine kleine Pause und einen Mittagssnack. Weiter geht es über kurvige Straßen und kleine Örtchen bis hinunter weiter nach Marina di Cantone einem kleinen Fischerort unten am Wasser. Was mir in den letzten Tagen unangenehm aufgefallen ist, dass man hier für wirklich alles Geld nimmt. An jeder Ecke und in jeder Gegend, sei sie noch so abgelegen, stehen Parkscheinautomaten. Blöd ist, dass in Zeiten von Apple Pay kein Mensch mehr Kleingeld hat und die Kartenzahlung bei 9 von 10 Automaten nicht funktioniert. Also die letzten Münzen zusammengekratzt, Parkzeit für 30 Minuten gesichert und ab in die nächste Strandbar, in der Hoffnung, dass man hier Geld tauschen kann. Die Strandbar ist kostenlos, der Strand davor kostet Eintritt, ob die darauf stehenden Liegen und Sonnenschirme nochmal extra gehen, habe ich nicht erfragt. Ist vermutlich eine eher rhetorische Frage. Die Location ist echt cool, und nach dem ersten Getränk schaffe ich es auch, ein paar Münzen zu ergattern, sodass wir die Parkzeit verlängern und hier noch eine Weile die Aussicht genießen können.

Wir machen uns danach auf den Rückweg, und es geht bereits auf 17:00 Uhr zu. War also eine gute Idee, die Nudelfabrik zu streichen. Für den heutigen Sonnenuntergang begeben wir uns zur Meerseite. Bine hat eine Bar rausgesucht, wo man einen Sundowner mit Blick auf das Mittelmeer nehmen kann. Auch den lassen sie sich natürlich fürstlich bezahlen.

Zum Abend geht es nochmal in die Stadt, und auch wenn es doch schon sehr touristisch ist, findet man bei genauerem Hinsehen schon die ein oder andere Perle an Bars oder Restaurants, wo man seine Zeit verbringen kann. Auf dem Rückweg stoppen wir noch kurz in einem Supermarkt, um uns einige belegte Brote für morgen früh zu besorgen und etwas Alkohol für unsere nächste Unterkunft, weil wir diesmal im Outback sind und noch nicht ganz klar ist, wie die Versorgung sein wird. Insofern erstehen wir eine Flasche Mionetto Prosecco für den Start morgen Abend.

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